Unser erstes Jahr in Dänemark

Ein Jahr im Norden Dänemarks

Am 11.07.2025 sind wir von Schleswig-Holstein nach Nordjylland in Dänemark ausgewandert. Die Entscheidung, diesen Schritt zu gehen, ist uns damals recht leicht gefallen. Dennoch sind wir nicht blauäugig in unser neues Leben gestartet. Im Gegenteil, ich habe alles akribisch geplant und recherchiert bevor wir uns entschieden haben, in ein anderes Land umzuziehen.

Alles im Leben hat seine Zeit und bei uns war es der absolut richtige Moment unser Leben komplett neu zu denken und umzukrempeln. Ich kann gar keinen direkten Grund nennen, warum Deutschland für uns nicht mehr passte und wir uns neu orientiert haben. Es waren keine gravierenden Dinge oder einschneidende Erlebnisse, die uns zu dem Umzug bewegt haben.

Ganz vielleicht hatte es ein klitzekleines bisschen mit meinem Faible für Interior und den Berichten in meinen Wohnmagazinen zu tun. Die Interviews mit Dänen in ihren schönen alten Häusern und dem schlichten Design sprachen mich schon immer an und so manches Mal dachte ich beim Lesen, wie schön es sein müsste, Teil dieser dänischen Interiorcommunity zu sein und ein Haus im skandinavischen Stil einzurichten.

Aber doch eher damit, dass wir etwas ganz Neues wagen wollten, noch einmal mutig sein und in ein Abenteuer starten. Keiner von uns fühlte sich dort, wo wir waren richtig heimisch. Wir hatten beide das Gefühl, nicht da zu sein, wo wir wirklich hingehörten. Und so wollten wir schauen, ob wir uns an einem anderen Ort heimischer fühlen, angekommener sagt man wohl…

In Deutschland wäre es uns niemals möglich gewesen, ein eigenes Haus zu haben. Da fehlen uns schlicht die finanziellen Möglichkeiten selbst für eine klitzekleine Immobilie in einem entlegenen Dorf hätte es nicht gereicht.

In Dänemark können wir uns einen Bungalow mit 147 qm Wohnfläche auf einem 900 qm Grundstück leisten und haben sogar den Nordseestrand in direkter Nähe. Ja, auch hier leben wir auf dem Dorf, aber mit guter Anbindung in nächstgrößere Orte und die große Stadt Aalborg ist auch nur 30 Minuten entfernt. Also ähnlich wie vorher in Deutschland. 

Mit einem Unterschied, wir fühlen uns freier und ausgeglichener. Und das nicht nur, weil wir in acht Minuten an „unserem“ unglaublich schönen Strand sind und dort kilometerweit am Meer spazieren gehen können. Unser ganzes Lebensgefühl ist hier anders geworden.

Alles hygge, oder was?

Man ist nicht automatisch hygge, wenn man in Dänemark lebt! Das ist ein absoluter Trugschluss und romantisiert meiner Meinung nach das Leben in Skandinavien. Denn auch hier gibt es den ganz normalen Alltag mit Terminen, Arztbesuchen, Wocheneinkäufen, Hausputz, Gartenarbeit und diversen kleinen oder größeren Problemen.

Nichts desto trotz empfinde ich das Leben in Dänemark als entspannter und angenehmer als in Deutschland. Die Menschen sind nahezu alle freundlich und hilfsbereit. Oftmals bekomme ich ein Lächeln von Menschen geschenkt, nur weil ich meinen Einkaufswagen ein kleines Stückchen zur Seite nehme und damit jemandem ein leichteres Durchkommen ermögliche. Begleitet wird dieses fast immer von einem „Tak“. Das bedeutet Danke auf Dänisch. Ich werde also quasi doppelt belohnt für eine klitzkleine Geste des Alltags. In Deutschland habe ich das so eher selten erlebt. Meist gab es keines davon, der Wagen wurde einfach selbst grummelig zur Seite geschoben.

Das Wort „Hygge“ wird so häufig benutzt und meistens in einem etwas falschen Zusammenhang.

Viele denken, es bedeutet, Gemütlichkeit oder einfach entspannt sein. Aber es ist so viel mehr! Im Wortursprung geht es bei Hygge darum, etwas zu hegen und Wohlbefinden zu verbreiten. Und genauso ist es auch gemeint. Wir als Deutsche fühlen uns hygge, wenn wir total entspannt in unserem Garten sitzen oder eingekuschelt in eine Wolldecke auf dem Sofa die Lieblingsserie schauen, während draußen ein Wintersturm tobt und der Regen gegen die Scheiben prasselt. Diese Definition ist nicht falsch.

Aber die eigentliche Hygge steht für ein tiefes Lebensgefühl von Gemütlichkeit, Geborgenheit und Wohlbefinden. Es beschreibt den bewussten Genuss des Hier und Jetzt, oft in Gesellschaft von Familie oder Freunden, und gilt als ein zentrales Geheimnis der dänischen Lebensfreude.

Das bedeutet, dass ich bewusst die Atmosphäre wahrnehme, die mich umgibt und mich darin wohlfühle. Wenn ich Zeit mit Freunden verbringe, dann ohne Stress, Hektik oder Streit. Mir etwas Gutes tue, auch wenn es nur eine Kleinigkeit wie ein frisch gebrühter Kaffee ist. Meine Umgebung heimelig und entspannend ist. Kurz gesagt, wenn ich mich im Hier und Jetzt einfach wohl und geborgen fühle. Das ist hygge und wir sind es jetzt auch.

Alltag in Dänemark

Ich will da nichts schön reden (oder schreiben), manche Dinge sind beschwerlicher und umständlicher. Schon alleine die Sprache stellt uns vor so manche Herausforderung, obwohl fast jeder Däne ein wirklich gutes Englisch spricht und versteht. Bisher haben mich meine Englischkenntnisse sehr weit gebracht und ich konnte die meisten Dinge problemlos klären.

Aber natürlich ist es etwas anderes einem Arzt zu erklären, welche Wehwehchen einen plagen, wenn man dies nicht in seiner Muttersprache machen kann. Oder einfach im Supermarkt die richtigen Dinge für einen speziellen Kuchenteig zu finden, wenn man nicht weiß, wie sie in der Landessprache heißen. Oder ein Grundstück im Grundbuch umtragen zu lassen, wenn alles dort auf Dänisch steht.

Ich bin so dankbar für den technischen Fortschritt in Form des Google Übersetzers, der es schafft, selbst komplexe dänische Dokumente auf deutsch (oder umgekehrt auf Dänisch) zu übersetzen. Oder mir über die Kamera meines Handys die Beschriftung auf Lebensmittelverpackungen auf Deutsch anzeigt.

Wobei ich mich mittlerweile in unseren Supermärkten fast genauso sicher zurechtfinde wie vorher in Deutschland und nur noch relativ selten zu meinem technischen neuen Freund greife.

Aber es gibt auch Dinge, die sind so viel einfacher als in Deutschland und erleichtern zumindest mir das Leben enorm. Ich bin ein Freund des digitalen Lebens, das war ich schon immer. Alles, was ich online oder per App erledigen kann, liebe ich.

Und schon dafür ist Dänemark das Land meiner Träume! Ob ich einen Arzttermin vereinbaren möchte, unsere Medikamente nachbestelle oder die Steuer mache. Hier ist alles digital möglich. Und das auch noch relativ einfach und verständlich.

Die oben erwähnte Eintragung unseres Hauses auf unseren Namen habe ich selbst und ohne Notar oder Anwalt erledigt. So etwas geht hier nämlich!

Ich gebe zu, beim ersten Versuch hätte ich fast ein Sportboot registriert… Habe meinen Fehler dann aber bemerkt, weil ich angeben sollte, ob es hochseetauglich ist oder nur für Küsten- und Binnengewässer geeignet. Das kam mir etwas komisch vor und ich habe mir die Seite doch lieber übersetzt anzeigen lassen…

Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Minuten (wenn man alles verstanden und richtig ausgefüllt hat) und kostet einen Bruchteil dessen, was man in Deutschland dafür an Gebühren bezahlen müsste. 

Wenn die Apothekerin mir sagt, dass das Rezept für ein Medikament, welches auf meiner Karte gespeichert ist, ausgelaufen ist, logge ich mich bei meinem Arzt ein und verlängere es selbst online. Das geht bis zu fünf Mal bei Medikamenten, die dauerhaft verordnet werden. Und einmal im Jahr vereinbare ich online einen Arzttermin zum Checkup und einem ausführlichen Gespräch. Dort werden dann die Medikationen überprüft und ggf. angepasst. Danach kann ich wieder alles online nachbestellen. ICH LIEBE ES!

Beim Borgerservice (so ähnlich wie das Einwohnermeldeamt in Deutschland) vereinbare ich online einen Termin für mein Anliegen und nahezu auf die Minute pünktlich spreche ich vor Ort mit einer Sachbearbeiterin (auf Englisch) über mein Anliegen. Und zu 99,9 % kann alles direkt geklärt oder erledigt werden.

Soziale Kontakte

Ja, die haben wir tatsächlich.

Die Dänen gelten als freundliche Menschen, die es Neuankömmlingen jedoch schwer machen sollen, integriert zu werden. Die meisten Freundschaften hier stammen aus Kindertagen und werden ein Leben lang weitergeführt. Uns wurde gesagt, es ist schwer echten Anschluss zu finden und „aufgenommen“ zu werden.

Das haben wir so nicht empfunden. Unsere direkten Nachbarn sind so liebe Menschen, die uns sofort herzlich aufgenommen haben und trotz anfänglicher Sprachbarrieren alles getan haben, damit wir uns hier wohl fühlen.

Wir lebten auch in Deutschland eher zurückgezogen und waren uns oftmals genug. Sicherlich gab und gibt es Freunde und Bekannte, die wir gerne gesehen oder gesprochen haben. Aber das ist eine sehr überschaubare Zahl. Familie haben wir beide nicht mehr, unsere Eltern sind verstorben (der letzte von ihnen vor zwei Jahren), Geschwister oder eigene Kinder gibt es nicht.

Hier haben wir jetzt tatsächlich fast mehr Kontakte als in unserer alten Heimat. Und trotzdem gibt mir niemand das Gefühl zu irgendetwas verpflichtet zu sein. Alles ist sehr entspannt und fühlt sich wunderbar leicht an.

Wenn wir Lust auf Unterhaltungen in unserer Muttersprache haben, gibt es in unserer Nähe einige Deutsche, die ebenfalls in den hohen Norden ausgewandert sind. Nicht so viele wie kurz hinter der Grenze in Padborg oder der Gegend, aber doch so viele, dass man einen netten Nachmittag in gemütlicher Runde verbringen kann.

Natürlich würde wir auch unsere Freunde aus Deutschland gerne öfter sehen. Regelmäßige FaceTime-Dates und lange Telefonate sind ein moderner Segen für „Fern-Freundschaften“ und erleichtern das Kontakthalten enorm, sind aber eben kein Ersatz für die Verbundenheit, die ich zum Beispiel bei einem morgendlichen Kaffee auf unserem Sofa mit meiner besten Freundin empfinde. Oder die Abende in geselliger Runde mit einem Gesellschaftsspiel und gemeinsamen Anekdoten aus dem bisherigen Leben. Das alles genießen wir dann aber geballt wenn wir Besuch von ihnen in unserer neuen Heimat bekommen.

Und die Sprache?

Ganz ehrlich? Meine Dänischkenntnisse sind auch nach einem Jahr eher kläglich… Zumindest verstehe ich mittlerweile das eine oder andere Wort und kann einige wenige zusammenhängende Sätze sprechen. Ob mein Gegenüber diese dann aber auch versteht, ist eher fraglich.

Wenn ich unsere Nachbarin mit ihrem Sohn sprechen höre, denke ich mir jedes Mal, das lerne ich nie. Ja, ich finde, die dänische Sprache kann einen wirklich zur Verzweiflung bringen. Und ich bilde mir ein, Sprachen relativ schnell zu lernen, aber an dieser beiße ich mir die Zähne aus. Nichts (und ich meine wirklich gar nichts!) wird gesprochen wie es geschrieben wird. Da werden Buchstaben komplett anders ausgesprochen, ganze Wortteile weggelassen oder so unverständlich vernuschelt, dass man im Grunde nur noch einen „undefinierbaren Laut“ hört.

Ganz böse ist es, wenn man glaubt, das Prinzip verstanden zu haben, die Vokabeln dessen, was man sagen möchte kennt und munter drauf los plappert.

Ich wollte einem freundlichen Dorfmitbewohner erklären, wer ich bin, woher ich komme und wo ich wohne. Eigentlich ganz einfach (ich lache jetzt noch…)
Auf dänisch heißt das Jeg hedder Heike, jeg kommer fra tyskland og I bor på Nr. 4
Und gesprochen wird es ungefähr so Jei hillldder Heike, jei koomme fra tüskland o i booor pä Nommmmmer fiere.
Wobei die lll durch Drücken der Zunge an den Gaumen herausgepresst werden und die dd gleichzeitig verschmelzen…

Wenn es Euch interessiert, gebt den Satz oben im Google Translator ein und lasst ihn Euch von der freundlichen Computerstimme vorsprechen. Ich wünsche gute Unterhaltung…

Erschwerend kam hinzu, dass kein Däne den Namen Heike kennt. Er ist hier quasi nicht existent. Selbst wenn ich also besagten obigen Satz richtig ausspreche, scheitert es an meinem Vornamen. Der Däne denkt, da kommt ein Wort, was er nicht kennt und absolut nicht einordnen kann…

Der nette Mensch schaute mich also an, lächelte und verstand kein Wort. Vermutlich dachte er, ich spreche eine Sprache, die er noch nie im Leben gehört hat. Schließlich antwortete er auf Englisch Sorry, I don’t understand. Maybe we could better talk in english.

Das war nicht das, was ich wollte, aber immerhin konnten wir kommunizieren…

Mittlerweile kann ich dänisch recht gut lesen und verstehe die SMS Nachrichten unserer lieben dänischen Freundin ohne Übersetzer (meistens jedenfalls). Einzelne gesprochene Satzteile sind sogar verständlich, lassen aber leider meistens keine Rückschlüsse auf den Rest des Gesagten schließen.

Aber ich traue mich weiter mein Wissen des gesprochenen Wortes anzuwenden. Gerade gestern erklärte ich dem netten Kassierer im Supermarkt „Jeg har ti“ (ich habe zehn) und hielt siegessicher eine Pflanze hoch (die neun anderen standen ordentlich aufgereiht im Einkaufswagen). Ausgesprochen habe ich Jei har till, was leider bedeutet, ich habe Zeit.

Er lächelte mich an und sagt auf Deutsch: „Wie schön, ich muss leider noch arbeiten…“ Gemeinsam lachten wir prustend los, was aber in keinster Weise unangenehm war, weil die Situation ja wirklich zum Schreien komisch gewesen ist.

Vermissen wir etwas?

Jaaaa, das tun wir. Und zwar deutsche Würstchen, Sour Cream und einen echten Drogeriemarkt…

Ich weiß, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber die dänischen Pølser (Würstchen) sind einfach so gar nicht unser Geschmack. Und da ist es egal, welche Sorte ich in welchem Supermarkt kaufe, sie haben ausnahmslos alle eine (für uns) komische Konsistenz. Ich finde hier einfach nichts vergleichbares zu unseren heiß geliebten Salzbrenner Würstchen oder den Wiener von Hareico.

Und Sour Cream kennen Dänen gar nicht. Wir können sie selbst machen, aber dann schmeckt es immer noch nicht so wie mein Lieblingsprodukt von Block House. Und somit scheitert mein absolutes Lieblingsgericht, Pellkartoffeln mit Lachs und Sour Cream, an der einen hier nicht existenten Komponente…

Vielleicht gelingt es mir irgendwann die Herren Budnikowsky oder Rossmann von einer Filialeröffnung in Nordjylland zu überreden… Bis dahin muss ich mich leider mit dem Angebot im Supermarkt oder der „Pseudo-Drogeriekette“ Normal begnügen. Diese gibt es hier immerhin, dort wird man aber eher mit regalweisen Kosmetikprodukten überhäuft und findet nicht annähernd die Produktauswahl wie in Deutschland. (Das gleiche, also die Produktvielfalt, gilt übrigens auch für Supermärkte)

Immerhin kann ich mittlerweile bei Rossmann.dk online bestellen. Das erfüllt meinen Wunsch nach einem bestimmten Raumduft sowie erprobten Reinigungs- oder Waschmitteln wenigstens zum Teil.

Dinge, die ich früher als normal angesehen habe, sind jetzt echter Luxus geworden. Aber dafür haben wir auch ebenso viele neue Sachen entdeckt, die uns mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser, gefallen oder schmecken.

Ich teile nicht die Meinung einiger „besserwisserischer“ Auswanderer in diversen Facebook-Gruppen, dass man, nur weil man sich entschieden hat, in einem anderen Land zu leben, auch mit allem glücklich sein muss, was dort angeboten wird. Ich will mich gerne integrieren und Sachen annehmen oder als gegeben ansehen, aber eben nicht assimilieren. Ich vermisse ja nicht nur hier Sachen aus Deutschland, auch in Spanien, der Türkei, Griechenland oder Thailand gab es Dinge, die ich gerne überall auf der Welt finden würde.

Mit den „wirklich notwendigen“ Dingen werden wir zum Glück regelmäßig von unseren Freunden versorgt, die ganze Wagenladungen der begehrten Waren bei ihren Besuchen mitbringen.

Im Übrigen findet unsere dänische Freundin die deutschen Würstchen auch extrem lecker und von der Sour Cream hätte sie gerne mehr gehabt…

Sind wir gekommen um zu bleiben?

Ganz klar JA! Wir möchten dieses Land nicht mehr verlassen (nicht mal für einen längeren Urlaub). Alles fühlt sich richtig an, auch wenn es manchmal etwas beschwerlich ist. Aber muss man sich nicht an jede neue Umgebung erst einmal gewöhnen? Wäre es nicht ähnlich, wenn wir innerhalb Deutschlands, z. B. nach Bayern, umgezogen wären? Die Einheimischen hätte ich dort auch nur unter erschwerten Bedingungen verstanden und mich an die neue Umgebung gewöhnen müssen.

Für uns ist so vieles jetzt schon normal geworden und würde uns unendlich fehlen, wenn wir es nicht mehr hätten. Alleine die Möglichkeit einfach mal eben am Strand spazieren zu gehen ist so ein unglaublicher Luxus, den wir nicht mehr missen möchten. Ich liebe die morgendlichen Gassirunden mit Amy an „unserem“ Strand, der um 7:00 Uhr absolut menschenleer ist.

Und die atemberaubenden Sonnenauf- und -untergänge. Auch dieses besondere Licht in Nordjylland, egal ob tagsüber oder nachts ist immer wieder grandios.

Nicht zu vergessen die wunderschöne, ursprüngliche Natur, die uns hier überall umgibt.

Wildkräuter, die einfach auf einer Wiese stehen und von jedem gepflückt werden dürfen, der vorbei kommt (macht aber keiner, weil alle lieber den tollen Anblick genießen).

Klippen, von denen man über die unendliche Weite der Nordsee blicken kann. Bäume, die sich der Richtung des Windes angepasst haben und verschlungene sandige Pfade, denen man ewig folgen könnte.

Und dann sind da noch:

Die unglaubliche Freundlichkeit und Gelassenheit der Menschen. Unsere neuen Freunde und Bekannten oder meine Lieblingskassiererin im Supermarkt, mit der ich so wunderbar über meine dänischen Sprachversuche lachen kann.

Ja, sogar die besonderen Ampelanlagen, die es unglaublich erleichtern, ohne sich den Kopf zu verrenken, zu erkennen wenn es grün wird. Hier steht nämlich eine Ampel auch auf der anderen Seite der Kreuzung, damit man sie gut sehen kann.

Einen Fahnenmast im Garten stehen zu haben und den Dannebrog zu hissen. Das mag sich albern anhören, aber es treibt mir jedes Mal die Tränen der Rührung in die Augen, wenn wir unsere dänische Fahne zu besonderen Anlässen an unserem Mast hochziehen und abends wieder einholen. Oder wenn ich unseren Wimpel (den wir immer gehisst haben) im Wind wehen sehe. 

Den fredagssnolder (dänischer „Naschfreitag“) oder auch Fredagsslik (Freitagssüßigkeiten) genannt. Das ist eine beliebte Tradition, bei der man am Freitagabend gemischte Süßigkeiten genießt. Diese Tradition markiert einen gemütlichen Start in das Wochenende (hygge). Ich bin ganz verrückt nach den großen SB-Wänden mit verschiedenen Süßigkeiten, die man sich selbst zusammenstellt, in Papiertüten füllt, anschließend auswiegt und an der Kasse bezahlt. 

Und, wenn wir schon beim Naschen sind: Das Eis! Und damit meine ich nicht nur das Softeis (jetzt, wo wir quasi täglich eins haben könnten, essen wir es gar nicht so oft…) In den Supermärkten gibt es ein unglaublich leckeres, cremiges Eis mit Vanille-, Erdbeer- und Schokogeschmack (ähnlich wie in Deutschland das „Fürst Pückler“, nur viel cremiger). Und das zusammen mit einer speziellen Creme (ähnlich wie Sahne nur nicht so fett) versüßt uns so manchen Sonntagnachmittag.

Einfach und zusammenfassend ausgedrückt:

Das Gefühl, endlich an dem Ort zu sein, wo wir hingehören und glücklich sind.

Genauso das fühlen wir nach unserem ersten Jahr in Dänemark…

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