(AUSWANDERUNG.) Der Wunsch nach Veränderung

Auswanderung - ein Wunsch oder nur ein Gedanke?

Manchmal, an einem Tag in einem ganz normalen Leben, hat man einen Gedanken. Er kommt einfach so und geht wieder. Man fragt sich dann, wie komme ich denn jetzt gerade darauf und denkt vielleicht nicht weiter darüber nach.

Aber manchmal bleibt man daran hängen und ohne zu wissen warum, spinnt man ihn weiter. Denkt sich aus, wie die Dinge laufen würden, wenn man an dieser Idee festhalten oder sie gar umsetzen würde. Was passiert, wenn ich dies oder jenes einfach tue. Mich auf diese neue Sichtweise einlasse und einfach mal schaue, was so passiert, wenn ich (nur aus Lust und Laune natürlich) ein bisschen plane und konkretisiere.

Dann, wenn es wirklich absoluter Blödsinn ist, vergisst man es wieder oder merkt schnell, das geht so gar nicht und ich habe auch gar keine Lust, mich weiter damit zu beschäftigen. Aber, wenn dieser Gedanke aus etwas entsteht, was eigentlich schon lange unbeachtet in einem schlummert, und es auch noch machbar erscheint, wird daraus ein Plan. Dieser wird dann weiter und weiter gesponnen, Informationen werden eingeholt, Ideen gesammelt, Was-wäre-wenn-Szenarien durchgespielt und plötzlich wird es konkret. Man stellt sich innerlich darauf ein, dass das, was man da gerade zusammenspinnt, wirklich Realität werden könnte.

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Auswanderung

Was wäre wenn wir wirklich eine Auswanderung wagen?

In unserem Fall entstand genauso ein Gedanke im Urlaub nach einem Tag voller wunderschöner Eindrücke und Erlebnisse. Plötzlich war sie da, die Frage, was wäre, wenn wir nach Dänemark auswandern? Hier unseren „Lebensabend“ verbringen würden? In der Nähe des Meeres leben würden? Ein eigenes Haus hätten und etwas ganz Neues wagen?

Und das Ganze unabhängig voneinander. Ich dachte bereits länger über so etwas nach. Hatte noch keine konkreten Vorstellungen, wohin oder wie. Aber der Wunsch nach einem Leben in einem anderen Land war da, lange vor diesem Tag. Nur hatte ich ihn nie ausgesprochen, weil ich den Herzmann damit nicht stressen wollte. Ich fühlte mich nicht verwurzelt in Deutschland, spürte, dass ich nicht am richtigen Platz war, wusste aber auch nicht, wo dieser sein könnte. Nur das unbestimmte Gefühl woanders sein zu wollen (oder sogar zu müssen) um rundum glücklich zu sein, war da.

Und plötzlich kam die unvermittelte Frage des Mannes an meiner Seite: „Was wäre, wenn wir hier leben würden? Können wir nicht nach Dänemark ziehen.“

Ohne nachzudenken sagte ich JA! Genau das möchte ich auch. Ich mache mich mal schlau, wie und ob das gehen könnte.

Wir waren so aufgeregt, nur beim Gedanken daran, so einen Schritt überhaupt in Erwägung zu ziehen, dass wir sogar den Hund fragten, was sie denn davon halten würde. Ihre „Antwort“war eindeutig. Sie sprang an uns hoch, rannte durch den Garten, warf Stöckchen durch die Luft und quietschte vor Vergnügen. (Vermutlich hätte sie das ohnehin getan, aber so ein bisschen Interpretation wird ja wohl erlaubt sein…)

Planung? Aber sicher!

Nach der ersten Euphorie startete ich den Planungs- und Organisationsmodus (das kann ich gut und ausdauernd). Bei mir geschieht so etwas automatisch. Meine Gedanken fokussieren sich, meine Hand greift nach einem Stift (oder öffnet ein neues Dokument auf dem Laptop) und fängt quasi selbständig an eine To-Do-Liste zu schreiben. Am Anfang kommt hier erst einmal alles rein, was mir durch den Kopf fliegt. Mag es auch noch so abwegig sein, es wird aufgeschrieben. 

Hier sah meine Liste ungefähr so aus:

  • Wo wollen wir hin? Nordsee, Ostsee, Fjord oder Inland
  • Haus mieten oder kaufen? Was kostet das? Was dürfen wir überhaupt? Ist vielleicht sogar ein Mietkauf möglich?
  • Was ist mit unserer Rente? Wird sie weitergezahlt, wenn wir im Ausland leben?
  • Welche Bestimmungen gibt es für unseren Hund?
    Welche Bestimmungen gibt es für uns?
  • Was ist mit der ärztlichen Versorgung? Und wie läuft das mit der Krankenkasse?
  • Was kostet ein Auslandsumzug?
  • Wie viel Geld müssen wir überhaupt für eine Auswanderung einplanen?
  • Wie ist das mit unserem „Fuhrpark“? Welches Auto wollen/können wir mitnehmen? Das Motorrad verkaufen oder behalten?
  • Wie können wir die Sprache lernen? Kommen wir am Anfang mit Englisch weiter?
  • Wie schwer fällt es uns, die Freunde (Familie haben wir beide nicht mehr) nur noch selten zu sehen?
  • Kommen wir in einem anderen Land überhaupt zurecht?

Das waren die groben Eckpunkte, um die wir uns erst einmal Gedanken machen mussten. Denn eine Idee ist gut, die Umsetzung einzelner oder aller Punkte kann das ganze Vorhaben jedoch schnell zum Scheitern bringen, wenn man nicht alles durchspielt oder bedenkt.

Wir sind beide sehr begeisterungsfähig für neue Situationen und sehr euphorisch, wenn es um die Umsetzung einer spontanen Idee geht. Am liebsten hätten wir sofort alles in Deutschland stehen und liegen gelassen und hätten uns in das Abenteuer Dänemark gestürzt. Aber im Endeffekt siegt dann doch die Vernunft und so ein Schritt will nun einmal gut vorbereitet und geplant sein.

Wie oft haben wir den Kopf geschüttelt, wenn wir blauäugige Auswanderer im Fernsehen gesehen haben, die ohne Plan und Verstand in ein neues Land und Leben aufgebrochen sind. Ich bin zwar in vielen Situationen sehr spontan, aber wenn es wirklich um etwas geht, auch sehr organisiert und ich möchte immer so gut es geht vorbereitet sein.

Es gab also viel zu bedenken und vorzubereiten, wenn wir unsere Idee wirklich umsetzen wollten. Denn noch war es ja wirklich „nur“ ein Gedanke. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, nur mal kurz zu schauen, ob ich vielleicht rein zufällig eine Immobilie finde, die uns gefallen könnte… 

Ich gab also (rein spaßeshalber natürlich) Mietkauf Haus Dänemark in die Suchspalte meines Browsers ein. Google war offensichtlich der Ansicht, jetzt mal Butter bei die Fische, und warf mir als erstes Suchergebnis ein Inserat von Kleinanzeigen vor die Füße. „Bungalow in Nordjütland zu verkaufen. Gerne auch als Mietkauf.“

Was sollte ich jetzt davon halten? Ein Wink des Schicksals? Oder doch eher Internet Alghorithmus? Ich glaube fest an Vorbestimmungen und so gehe ich immer noch davon aus, dass dies ein wegführender Hinweis sein sollte, unser Vorhaben weiter zu vertiefen.

Ich schrieb also eine freundliche Nachricht an die deutschen Verkäufer und fragte, ob ein Telefonat zur Abklärung einzelner Fragen möglich wäre. Nur wenige Minuten später kam die Antwort und ehe ich mich versah, besprach ich mit einer sehr netten Frau die Einzelheiten eines Hauskaufs in Dänemark. Sie gab mir zusätzlich ein paar Tipps für die Auswanderung und schickte mir umgehend ein Video (quasi als Onlinebesichtigung) sowie weitere Bilder des Grundstücks und der Umgebung. Wir wollten das ganze erst einmal sacken lassen und ich versprach, mich in ein paar Tagen wieder zu melden, ob unsererseits Interesse besteht und wir ein Treffen vor Ort vereinbaren wollen.

Was soll ich sagen? Noch vor dem Ende unseres Urlaubs hatte ich eine Ferienwohnung in Nordjütland gebucht und einen Termin zur Hausbesichtigung vereinbart.

Was so harmlos als Idee begann, entwickelte sich jetzt in rasender Geschwindigkeit zu dem Beginn unserer Auswanderung. Ihr möchtest wissen, wie die ganze Geschichte weitergeht? Wenn Ihr mögt, begleitet uns gerne auf unserem Weg in ein neues Leben.

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