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"Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt."
Lao Tzu
Jeder beginnt eine Planung anders. Die einen denken zuerst über finanzielle Dinge nach, andere über familiäre und wieder andere über sprachliche Barrieren oder ähnliches.
Das alles kam bei uns erst im zweiten, dritten, vierten…. siebzehnten Schritt. Wir haben das Pferd sozusagen ein bisschen von hinten aufgezäumt und zuerst nach einem Haus für uns geschaut. Für mich war es wichtig, die Wohnsituation zu klären und zu wissen, wie man in Dänemark wohnen kann und was das ungefähr kostet. Dabei haben wir uns auf keine bestimmte Region fixiert, sondern ich habe einfach bei Google Mietkauf in Dänemark eingegeben und geschaut, was dort so aufploppt.
Da ich überhaupt keine Vorstellung von den Kosten hatte, aber ziemlich sicher war, dass wir nicht zur reinen Miete wohnen wollten, bot sich diese Option an. Wobei ich da noch gar nicht wusste, ob das überhaupt möglich war und wie die rechtlichen Voraussetzungen für einen Mietkaufvertrag aussahen.
Meine Vorstellungen waren also mehr als nebulös und ich recherchierte sozusagen ins Blaue hinein und ziemlich planlos, was Region oder Lage anging. Ich brauchte dringend konkrete Zahlen oder Fakten, auf die ich zurückgreifen konnte, um mir ein genaueres Bild zu machen.
Extrem überrascht war ich dann von den Immobilienpreisen in Dänemark. Normale Häuser (diese werden in Dänemark übrigens als Villa bezeichnet) mit relativ großzügigen Grundstücken im ländlichen Bereich (Stadt kommt für uns nicht in Frage) in der Nähe der Nordsee (keine direkte Wasserlage, aber in wenigen Minuten mit dem Auto erreichbar) wurden für sehr erschwingliche Preise angeboten. Ich spreche hier von Summen unter 200.000 Euro (und das waren schon die hochpreisigen Immobilien).


Soweit der Plan… Das erste, was bei meiner Internetrecherche aufploppte, war ein Inserat bei Kleinanzeigen. Hier standen alle Zauberwörter, die ich eingegeben hatte: Haus von Privat zu verkaufen im schönen Dänemark, auch Mietkauf möglich.
Es handelte sich um einen Bungalow von 1956 mit fünf Zimmern, 147 qm Wohnfläche und 960 qm Grundstück. Gelegen in Nordjütland, acht Minuten von der Nordsee entfernt. Diesen wollte eine deutsche Familie gerne für 57.000 Euro verkaufen (oder eben mit einer höheren Anzahlung und monatlichen Abschlägen zum Mietkauf anbieten).
Zuerst dachte ich, da fehlt eine Null… (oder es handelt sich bei der Summe nur um die Anzahlung…)
Dann vermutete ich eine absolute Bruchbude. Feuchtigkeit in jeder Ecke, keine Toilette im Haus, undichtes Dach oder ähnliche gruselige Dinge.
Ich las den Text, sah mir die Bilder an und suchte nach versteckten Hinweisen auf möglichen Betrug (ein gewisses Misstrauen ist mir angeboren…). Denn bevor ich meine Ergebnisse dem Herzmann präsentierte, wollte ich zumindest ausschließen, dass es für ihn sozusagen Liebe auf den ersten Blick war und sich dann als absolut inakzeptabel herausstellt.
Als ich auf den gefühlt zehnten Blick kein Ausschlusskriterium finden konnte, schrieb ich den Anbieter an und fragte, ob es möglich wäre zu telefonieren.
Zwischenzeitlich hatte der Herzmann das Inserat in unseren Favoriten entdeckt und sich natürlich schon darin verguckt…
Zum Glück meldete sich die Verkäuferin schnell und wir konnten zwei Stunden später ein langes und sehr informatives Telefonat führen. Bei der genannten Summe handelte es sich tatsächlich um den Kaufpreis, ein Mietkauf wäre problemlos möglich mit einer Anzahlung von 20 Prozent und anschließenden monatlichen Raten in Höhe von 1.000 Euro. Natürlich könne die vollständige Übernahme auch jederzeit durch Zahlung der Restsumme erfolgen.
Das Haus sei alt, habe aber eine gute Substanz und wäre renoviert. Dach und Fenster seien dicht und in sehr gutem Zustand. Vor ca. drei Jahren erfolgte der Anschluss an das Fernwärmenetz, die Heizung funktioniere also einwandfrei und wäre absolut problemlos in der Wartung.
Wir könnten gerne jederzeit für eine Besichtigung vorbei kommen. Es gab weitere Interessenten, aber diese würden sie erst Ende März erwarten und grundsätzlich an denjenigen verkaufen, der als erstes sagt, ich nehme das Haus.
Ich bin ein sehr spontaner Mensch (und auch ein ungeduldiger…), am liebsten hätte ich sofort diesen Satz gesagt. Das habe ich natürlich nicht getan, so ein Hauskauf ist ja doch etwas anderes als ein neues Sofa auszusuchen.
Da ich jetzt um einiges schlauer war, was das Haus unserer Begierde anging, konnte ich mich relativ entspannt um weitere Informationen rund um das Thema Auswandern kümmern.
Bereits in unseren letzten Urlaubstagen recherchierte ich gefühlt tausend Dinge im Internet. Wir suchten zwei Maklerbüros vor Ort auf und erhielten erste Informationen, wie so ein Hauskauf in Dänemark ablaufen könnte. Gleichzeitig schauten wir uns das Immobilienangebot vor Ort an. Relativ schnell wurde uns klar, dass es diese Region nicht werden würde. Wir wollten lieber an der Nordsee leben als an einem Fjord. Außerdem war in diesem Teil Dänemarks die Infrastruktur relativ schlecht. Viele Geschäfte hatten dauerhaft geschlossen, daher gab es kaum Einkaufsmöglichkeiten, geschweige denn Cafés oder Bäckereien.
Der Zustand der angebotenen Häuser in unserem Preissegment entsprach auch nicht unseren Vorstellungen und Anforderungen. Wir brauchen keinen Luxus, aber eine gewisse Grundsubstanz sollte schon vorhanden sein.
Gleichzeitig buchte ich ein Ferienhaus für Mitte März in der Nähe „unseres“ Hauses und schaute auf dänischen Angebotsseiten (z. B. www.boligsiden.dk) nach weiteren angebotenen Immobilien in der näheren Umgebung. Dort fand ich tatsächlich einige interessante Objekte, die für uns in Frage kommen würden. Ich schrieb also die Makler an und bat um weitere Informationen bzw. Terminvorschläge zur Besichtigung in dem Zeitraum unseres Aufenthaltes.
Die Tatsache, dass sich jetzt alles auf die Region Nordjütland konzentrierte und somit in ca. 550 km Entfernung von unserem derzeitigen Wohnort und immerhin noch rund 350 km hinter der deutschen Grenze wurde mir erst nach und nach bewusst. Also, wenn wir etwas machen, machen wir es richtig. In diesem Fall, wenn Dänemark, dann richtig Dänemark…
Verwundert stellte ich fest, dass eine Anfrage bei einem dänischen Makler (der ja immerhin sein Geld mit dem Verkauf von Immobilien verdient) nicht bedeutet, dass dieser sich auch zügig zurückmeldet. In Deutschland habe ich die Erfahrung gemacht, dass spätestens eine Stunde nach dem Absenden der E-Mail ein Anruf erfolgt. Hier erhielt ich von zwei Maklern eine Antwort nach drei! Tagen (ohne Terminvorschlag übrigens), von einem Makler immerhin nach einem Tag einen Anruf (sogar auf Deutsch), von einem weiteren nach vier Wochen (da hatten wir bereits unser Haus gekauft) eine kurze Mail, ob wir noch interessiert seien und von den letzten beiden nie etwas.
Ich habe mittlerweile gelernt, dass dies wohl normal sei und diese Erfahrung leider auch bei Handwerkern gemacht (dazu später mehr). In Dänemark läuft eben alles ein wenig anders und vor allem langsamer… Da kommt sofort ein (mehr oder weniger angenehmes) Hygge-Gefühl auf.
Immerhin gelang es mir, mit dem deutschsprachigen Makler einen Termin vor Ort zu vereinbaren. Das von ihm angebotene Haus gefiel uns auch sehr gut und war sogar kurzfristig unser Favorit (allerdings nur bis zu der Besichtigung… Dazu auch später mehr)
Ich sammelte weiterhin Unmengen von Informationen, las mich durch Internetforen und folgte Auswandereraccounts auf Instagram. In vielen Telefonaten klärte ich unsere Rentenzahlungen sowie die zukünftige Krankenversicherung. Google Translate wurde mein bester Freund beim Übersetzen dänischer Behördenseiten. Ohne dieses Tool hätte ich niemals verstanden, was man alles für einen dauerhaften Aufenthalt benötigt und wie man sich in Dänemark anmeldet.
Stunden und Tage verbrachte ich am Telefon und vor dem Computer. Jedes Gespräch und jede neue gefundene Information brachten mich ein Stückchen weiter und unser Endschluss nach Skandinavien auszuwandern wurde immer konkreter. Ich wollte unbedingt vorbereitet sein, wenn wir zur Besichtigung „unserer“ Häuser fuhren. Denn nur dann konnten wir vor Ort frei entscheiden, ob wir uns für ein Objekt entscheiden wollten.
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