
Etwas über ein Jahr ist es jetzt her, dass wir Deutschland verlassen haben und in unser Herzensland Dänemark gezogen sind.
Mich haben einige Fragen erreicht, wie wir das alles geplant haben, was zu bedenken war und vor allem, wie man als Deutscher ein Haus in Dänemark kaufen kann.
In diesem Beitrag habe ich alles zusammengetragen, was vor dem Umzug auf unserer To do Liste stand und viele Informationen zu Abläufen und Vorgehensweisen.
Ich hoffe, das ist für den einen oder anderen etwas hilfreich bei einer Entscheidungsfindung für oder gegen ein Leben in Deutschlands nordischem Nachbarland.
Wir hatten jetzt also ein Haus gekauft und wussten, dass wir im Sommer 2025 nach Dänemark auswandern werden. So schön es auch ist ein klares Ziel vor Augen zu haben, wusste ich, dass jetzt die eigentliche Vorbereitung erst richtig los geht. Und es gab viel vorzubereiten!
Ich bin ein sehr organisierter Mensch und liebe es, mit Listen und Tabellen zu arbeiten. Das hat mich schon in meinem Büroalltag vor so mancher Überraschung bei der Veranstaltungsplanung gerettet und auch im Privatleben habe ich so die Möglichkeit alles im Blick zu behalten und erledigte Dinge abzuhaken oder mir Notizen dazu zu machen.
Bei einem so großen Vorhaben, wie unserer Auswanderung, bietet es sich auch einfach an, alles aufzuschreiben, was einem einfällt, anschließend zu ordnen und nach und nach abzuarbeiten. Es gibt immer noch genügend Dinge, die ich eventuell nicht bedacht habe oder die mir erst später einfallen, aber die elementaren Aufgaben sind so schon einmal festgehalten und können nicht vergessen werden.
Die nachfolgende To Do Liste ist auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. Sie enthält viele Informationen, die alle von mir bei den jeweiligen Institutionen, Ämtern und Dienstleistern in Deutschland und Dänemark eingeholt wurden. Der Inhalt dieser Aufstellung beruht auf dem Stand von März bis Juli 2025. Sollte sich an den Bestimmungen etwas geändert haben, könnt Ihr das auf der jeweiligen Seite (Links) nachlesen.
Zu unseren Grundvoraussetzungen: Wir beziehen beide volle, unbefristete Erwerbsunfähigkeitsrente bis zum Eintritt in die Altersrente. Das heißt, wir gehen als „Selbstversorger“ nach Dänemark, suchen dort also keinen Job und haben auch keinen Arbeitsvertrag, den wir vorweisen können.
Wir haben keine Kinder oder andere Familienangehörigen, auf die wir Rücksicht nehmen müssten oder die spezieller Vorkehrungen bedürfen. Aber unsere Hündin Amy wird uns begleiten und muss natürlich in der Planung berücksichtigt werden.
Wir sind beide chronisch krank. Der Herzmann ist Diabetiker, ich habe Fibromyalgie und eine tumorbedingte Fatigue (Erschöpfungs-Syndrom). Außerdem hatte ich eine Krebserkrankung, die zwar als geheilt eingestuft ist, aber dennoch einmal im Jahr eine Kontrolle durch einen Spezialisten benötigt.
Unser Haus haben wir gekauft und unseren Wohnsitz komplett nach Dänemark verlegt.
Rentenversicherung / Betriebsrente
Werden unsere EU-Renten sowie die Betriebsrente ins Ausland gezahlt und wie läuft das, wenn wir ein dänisches Konto haben?
Krankenversicherung
Wo sind wir versichert? In Dänemark oder in Deutschland?
Hilfsmittel- und Medikamentenversorgung
Wie kommen wir an einen Facharzt? Gibt es eine Versorgung mit Sensoren zur Blutzuckerüberwachung? Wie läuft das mit der speziellen Hilfsmittelversorgung?
Relativ schnell konnte ich klären, dass die deutsche Erwerbsunfähigkeitsrente weitergezahlt wird, wenn man seinen Wohnort in das europäische Ausland verlegt und es ebenfalls problemlos möglich ist, die Rente auf ein dänisches Konto überweisen zu lassen. Man kann jedoch auch die Zahlungen weiterhin auf ein deutsches Konto laufen lassen, wenn man denn ein deutsches Geldinstitut hat oder findet, welches einem ein Konto einrichtet oder weiterführt, obwohl der Wohnort nicht mehr in Deutschland ist.
Wie ich bereits oben geschrieben habe, erhalten wir beide eine Rente wegen voller Erwerbsminderung und diese sind unbefristet.
Anders sieht es aus, wenn die EU-Rente bewilligt wurde, weil man mit der Einschränkung keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hat und sie nicht unbefristet ist. Dann nämlich entfällt der Anspruch auf Weiterzahlung wenn man Deutschland verlässt. Es könnte ja sein, dass man auf dem Arbeitsmarkt des anderen Landes sehr wohl eine Chance trotz der Erkrankung oder Einschränkung hätte. Dies war nämlich bei mir der Fall, bevor ich 2023 nach zweimaliger Befristung die Unbefristung erhalten habe.
Wie es ist, wenn man ohne Arbeitsmarktklausel eine befristete EU-Rente erhält, weiß ich nicht. Bei der Deutschen Rentenversicherung Nord erhält man aber problemlos eine Auskunft zu allen Fragen. (Deutsche Rentenversicherung Nord | Rente im Ausland)
Auch bei meiner Betriebsrente gibt es keinerlei Einschränkungen. Sie wird ohne Abzüge auf mein dänisches Konto überwiesen. Einmal im Jahr muss ich einen so genannten Lebensnachweis einreichen. Ich erhalte dafür ein Dokument, welches ich ausfüllen, von einer zugelassenen Stelle (Arzt, Bank, Borgerservice etc.) mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen muss und anschließend an meine Rentenverwaltung zurückschicke. Das geht bei mir problemlos online.
Wichtig ist, dass man der deutschen Rentenversicherung rechtzeitig vor der Auswanderung mitteilt, dass man Deutschland verlässt und zukünftig im europäischen Ausland leben wird. Die Angabe der Adresse ist hilfreich, damit der Vorgang dort zügig bearbeitet werden kann. Mein Sachbearbeiter wies mich ausdrücklich darauf hin, dass wir vor der Abmeldung in Deutschland auf jeden Fall unsere neue Anschrift mitteilen müssen, da wir ansonsten im schlimmsten Fall als „verstorben“ registriert werden und die Rentenzahlung eingestellt wird. Eine spätere „Lebendeinstufung“ soll wohl sehr aufwändig und langwierig sein… Wir haben das nicht „ausprobiert“, sondern sofort nach Kauf des Hauses ein Beratungsgespräch mit unserem Rentenberater geführt und in diesem Gespräch auch gleich die neue Anschrift mitgeteilt.
Sobald man in Dänemark die so genannte CPR Nummer (was das ist, erkläre ich hier) erhält, teilt man diese der Deutschen Rentenversicherung mit und spart sich damit den jährlichen Lebensnachweis, weil zwischen Deutschland und Dänemark ein „Sterbedatenabgleich“ stattfindet. D. h. Dänemark teilt Deutschland digital mit, wenn die Person mit der CPR Nummer verstorben ist.
Ebenso einfach zu klären war die Frage nach dem Versicherungsstatus wenn wir Deutschland verlassen. Als Rentner bleiben wir in Deutschland zu den gleichen Bedingungen krankenversichert als würden wir weiterhin in Deutschland wohnen. Zusätzlich werden wir in Dänemark über die staatliche Krankenversicherung versichert. Diese rechnet unsere Behandlungen mit deutschen Versicherung ab.
Wir haben zukünftig zwei Versichertenkarten. Die Ursprüngliche unserer Versicherung in Deutschland (in unserem Fall die Techniker Krankenkasse) und zusätzlich die gelbe Karte in Dänemark für die dortige Krankenversicherung.
Die gelbe Karte benutzen wir nur in Dänemark für Arztbesuche, Untersuchungen und Medikamentenversorgung. In Deutschland und allen anderen Ländern verwenden wir die Versicherungskarte unserer deutschen Versicherung.
Für die Anmeldung in Dänemark erhalten wir von der Techniker Krankenkasse ein so genanntes S1 Formular. Dieses wird bei der Utbetaling Denmark online über Borger.dk eingereicht und damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass Dänemark mit Deutschland abrechnen kann.
Genaue Informationen und die Möglichkeit zur Einreichung des S1 Formulars findet Ihr hier.
Der Herzmann ist Diabetiker und verwendet das Freestyle Libre 3+ System für die Blutzuckerüberwachung. Dieses wird in Deutschland von der Krankenkasse übernommen und wir leisten nur die gesetzliche Zuzahlung.
Eine Versorgung in Dänemark mit den Sensoren ist abhängig von der Art der Diabetes. Jeder Typ 1 Diabetiker erhält die Sensoren zur Blutzuckerüberwachung kostenlos nach einem Antrag bei der jeweiligen Kommune. Für den Antrag ist eine Behandlung durch einen Diabetologen in einer Klinik Voraussetzung. Dieser schickt vorab eine Befürwortung des Antrages an den Borgerservice.
Bei Diabetes Typ 2 gibt es die Bewilligung nur für Schwangere oder in besonderen Fällen. Leider erfüllt der Herzmann beide Voraussetzungen nicht, also müssten wir die Sensoren selbst bezahlen. Es würde einen Zuschuss in Höhe der Kosten für die Blutzuckermessung mit einem Stechsystem geben, dieser ist allerdings relativ niedrig und lohnt sich nicht. Frei verkäuflich sind Stand Oktober 2026 nur die Freestyle Libre 2 Sensoren. Diese kosten im Abo für zwei Monate (4 Sensoren) 1899,99 DKK (ca. 255,00 Euro, also ca. 64,00 Euro pro Sensor).
Die erste Überlegung war, dass wir uns in Flensburg einen neuen Diabetologen suchen, der die Verordnung der Sensoren weiter übernimmt. Das würde zwar bedeuten, dass wir zwei Mal im Jahr 300 km zum Arzt fahren müssten, aber dadurch wenigstens die hohen monatlichen Kosten umgehen würden.
Nach Rücksprache mit seiner bisher behandelnden Diabetologischen Praxis hat diese uns angeboten, weiterhin den Herzmann als Patienten zu behalten. Wir müssen dort nicht persönlich erscheinen, ein Versicherungsnachweis per Mail reicht aus und dann werden ihm sowohl die Verordnungen für Sensoren und auch orthopädische Schuhe ausgestellt. Die Praxis übernimmt sogar die Weiterleitung der Verordnungen an die Krankenkasse und alle weiteren Stellen.
Von Abbott Deutschland habe ich die Auskunft erhalten, dass eine Lieferung nach Dänemark nicht möglich ist. Jedoch kann eine beliebige deutsche Lieferadresse angegeben werden, an die die Sensorenlieferung erfolgen soll. Meine Lieblingsfreundin erhält die Lieferungen und sendet uns diese nach Dänemark weiter. Das Paketporto beträgt für ein kleines versichertes Paket ca. 20 Euro.
Mit dem Schuhmachermeister für orthopädische Schuhe unseres Sanitätshauses habe ich die Regelung vereinbart, dass dieser die Verordnung erhält, wir uns im Katalog Schuhe aussuchen, er diese nach den vorhandenen Leisten anfertigt und uns dann nach Dänemark schickt. Wir zahlen das Porto zusammen mit der Zuzahlung für die Schuhe.
Wenn wir einmal im Jahr zwischendurch in Deutschland zu Besuch sind, vereinbaren wir einen Termin, er schaut, ob die Füße noch zu den Leisten passen und fertigt notfalls neue an.
Allerdings gibt es auch die Möglichkeit orthopädische Schuhe in Dänemark anfertigen zu lassen. Hierfür benötigt man ebenfalls die Befürwortung einer diabetischen Klinik bzw. der dortigen Fußchirurgischen Abteilung. Diese stellt einen Antrag bei dem Borgerservice und nach ca. acht Wochen erhält man die Zusage oder Ablehnung. Sollte der Antrag bewilligt werden, geht man zu einem speziellen Schuhmachermeister, dieser fertigt die Schuhe an und man zahlt ca. 1.500 DKK pro Paar selbst (ca. 200 Euro).
Für ein Paar Schuhe zahlen wir in Deutschland ca. 80 Euro pro Paar zzgl. 40 Euro Versand nach Dänemark. Wir haben uns entschlossen, den Antrag jetzt das erste Mal zu stellen und werden wohl die 80 Euro Mehrkosten zukünftig in Kauf nehmen, da dann hier auch die lückenlose Kontrolle der Füße gewährleistet ist.
Unsere Hausärztin hat unsere Medikamente u. a. danach zusammengestellt, dass sie europaweit in derselben Form verschrieben werden können. Unser dänischer Arzt konnte also den Medikamentenplan 1 : 1 übernehmen und wir können weiterhin die selben Medikamente aus der Apotheke holen.
Die Zuzahlung für verschreibungspflichtige Medikamente aus der Apotheke läuft etwas anders als in Deutschland. Für jedes Medikament gibt es eine individuelle Zuzahlung, die Höhe der Zahlung verringert sich über das Jahr automatisch, wenn man gewisse Grenzen erreicht hat.
0 bis 1135 DKK = 100 % Zuzahlung
1135 bis 1910 DKK = 50 % Zuzahlung
1910 bis 4155 DKK = 25 % Zuzahlung
4155 bis 22596 DKK = 15 % Zuzahlung
über 22596 DKK = 0 % Zuzahlung
Wie das mit der Erstattung bei Erreichen der Grenze für die Zuzahlungsbefreiung bei der Deutschen Krankenversicherung ist, muss man mit der jeweiligen Krankenkasse klären.
Bei größeren Zahnbehandlungen muss der dänische Zahnarzt einen Behandlungsplan (ähnlich den deutschen Plänen) erstellen. Diesen reicht man bei der Deutschen Krankenkasse ein und erhält den entsprechenden Anteil erstattet. Bei der Behandlung muss man erst einmal in Vorkasse gehen. Zahnarztbehandlungen in Dänemark werden immer selbst bezahlt, da sie nicht über die dänische Krankenversicherung abgerechnet werden. Für eine eventuelle Kostenübernahme braucht man eine Zusatzkrankenversicherung.
In Dänemark wird einem der Hausarzt über die Kommune entweder zugeteilt oder man kann aus einer Liste von Praxen mit freien Kapazitäten einen auswählen. Dieser steht dann auf der gelben Gesundheitskarte, die man von der Kommune erhält.
Ist man mit der Arztwahl nicht zufrieden, gibt es die Möglichkeit einmal kostenfrei zu wechseln. Möchte man noch einmal einen neuen Arzt wählen, kostet dies 60 Kronen.
Dies gilt für den Hausarzt. In Dänemark ist dieser grundsätzlich erst einmal für alles zuständig. Er entscheidet, ob man zu einem Spezialisten, zum Röntgen oder in eine Klinik gehen kann. In der Regel können viele Krankheitsbilder und Untersuchungen jedoch schon in der Hausarztpraxis erkannt, behandelt und durchgeführt werden.
Man sieht auch nicht jedes Mal den Arzt, sondern wird von einer so genannten ärztlichen Schwester behandelt. Diese haben eine sehr viel umfassendere Ausbildung als die Arzthelferinnen in Deutschland und können viele Untersuchungen, Medikamentenverordnungen etc. selbst durchführen. Der Arzt wird dazu gerufen, wenn erhöhter Behandlungsbedarf besteht.
Ansonsten gibt es alle Spezialisten, die es auch in Deutschland gibt. Die Termine bei einem Zahnarzt, Augenarzt, Onkologen und Diabetologen vereinbaren wir selbst in der jeweiligen Praxis. Die Befunde können von jedem anderen behandelnden Arzt eingesehen werden bzw. werden direkt an unseren Hausarzt übermittelt.
Ca. vier Woche nach unserer Ankunft habe ich eine Einladung zur Brustkrebsvorsorge und Gebärmutterhalskrebsuntersuchung über mein digitales Postfach erhalten. Anfang November kam ein Hinweis, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, unsere Coronaimpfung auffrischen zu lassen.
Per Post haben wir dann noch einen Brief zur Darmkrebsvorsorge erhalten. In dem Umschlag war alles dabei, Röhrchen für die Stuhlprobe, Fragebogen und Rücksendeumschlag an das Institut.
Alles voll automatisch und ohne, dass wir uns vorher irgendwo melden mussten. Ich finde diesen Service toll und fühle mich in dem dänischen Gesundheitssystem sehr gut aufgehoben.
Wir haben von unseren deutschen Ärzten zwar alle Unterlagen erhalten, leider war dies aber nur in Deutsch möglich. Ich habe die relevanten Berichte und Befunde selbst mit Hilfe des Google Übersetzers auf dänisch übersetzt und in die jeweiligen dänischen Arztpraxen mitgenommen.
Es gibt bestimmte Voraussetzungen für EU-Bürger um eine Immobilie in Dänemark zu erwerben. Hierbei werden zwei unterschiedliche Immobilientypen unterschieden.
Wir haben unser Haus in Dänemark bei Kleinanzeigen gefunden und es privat – ohne Makler und Anwalt – gekauft. Das geht in Dänemark ohne Probleme, weil man online alles selbst erledigen kann und für einen Immobilienkauf kein Notar notwendig ist.
Ich habe alle erforderlichen Schritte selbst recherchiert, mit den jeweiligen Ämtern und Behörden auf englisch telefoniert und einen Prüfer für den Tilstandsrapport (Zustandsbericht) sowie einen El-installationsrapport (Elektroinstallationsbericht) des Hauses selbst beauftragt.
Dann habe ich noch die Eintragungen im BBR geprüft. Dies kann man ohne Anmeldung hier machen. Das funktioniert übrigens für jede Immobilie in Dänemark, wenn man die Adresse des Objektes in das Suchfeld eingibt.
Man kann eine Ejerskifteforsikring (Eigentümerwechselversicherung) abschließen, die fünf oder zehn Jahre lang versteckte Mängel abdeckt. Den Abschluss müsste der Verkäufer bei Vertragsunterzeichnung dem Käufer anbieten und ein Versicherungsangebot vorlegen, um von der 10-jährigen Gewährleistungshaftung befreit zu werden. 50 % der Versicherungsprämie werden dann vom Verkäufer übernommen. Das konnten sich die Vorbesitzer unseres Hauses nicht leisten. Somit haben wir auf diese Versicherung verzichtet und sie sind weiterhin in der Gewährleistungspflicht.
Weiterhin habe ich vorher geprüft, ob es Eintragungen im Grundbuch (Grundschuld o. ä.), gab, die hätten beachtet werden müssen. Da es keine gab, konnten wir auf eine anwaltliche Klärung verzichten.
Grundsätzlich ist ein Hauskauf in Dänemark ohne Makler (privat vom Eigentümer) möglich, läuft aber anders ab als in Deutschland.
Das ist zu beachten:
Der Ablauf bei einem Privatkauf sieht folgendermaßen aus
Welche Rechte hat man als EU-Bürger?
Als EU-Bürger hat man das Recht, sich mit oder ohne EU-Aufenthaltsdokument in Dänemark aufzuhalten und zu arbeiten.
Man kann frei nach Dänemark einreisen und darf ab dem Tag der Einreise dort arbeiten. Eine Arbeitserlaubnis für Dänemark wird nicht benötigt.
Auch, wenn Dänemark zur EU gehört, gibt es für den dauerhaften Aufenthalt bestimmte Vorgaben, die erfüllt werden müssen, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.
Wenn man keine Immobilie kauft und nur drei Monate im Land bleiben möchte, benötigt man keine Genehmigung.
Eine Immobilie kann man allerdings nur erwerben, wenn man seinen Wohnsitz komplett nach Dänemark verlegt. D. h. konkret, in Deutschland muss man sich abmelden und in Dänemark anmelden. Da Dänemark keinen Erst- oder Zweitwohnsitz kennt, sondern nur einen Wohnsitz akzeptiert, sollte man es tunlichst vermeiden, eine Meldeadresse in Deutschland weiterzuführen (z. B. bei Verwandten oder Freunden anmelden). Wir müssen bei der Anmeldung in unserer Kommune die Abmeldebestätigung aus Deutschland vorlegen. Ohne diese können wir uns nicht anmelden.
Wir gehen als so genannte Selbstversorger nach Dänemark. Das nennt sich Person mit ausreichenden Mitteln.
Hierfür gelten bestimmte Bedingungen:
Bei der Bearbeitung des Antrags prüft SIRI (die Einwanderungsbehörde) individuell und gezielt, ob man gemäß EU-Recht über ausreichende Mittel verfügt, um den Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.
Dies bedeutet unter anderem Folgendes:
Man muss über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um sich und evtl. die Familie während des gesamten Aufenthalts in Dänemark zu versorgen.
Wie viel Geld muss ich haben, um über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen?
Auf Grundlage der persönlichen Situation nimmt SIRI eine konkrete Einschätzung vor, ob man über ausreichende finanzielle Mittel verfügt.
Es genügt, wenn die Höhe der Geldmittel dem jeweiligen Geldleistungsbetrags (die „Sozialhilfe“, die Dänemark seinen Bürgern auszahlt) entspricht.
Wenn man keine unterhaltspflichtigen Kinder unter 18 Jahren hat, sind dies monatlich 7.095 DKK (Stand 2026 in unserer Kommune) vor Steuern. Das entspricht ungefähr 950 Euro, die nach dem Abzug des Krankenkassen- und Pflegekassenbeitrags übrig bleiben müssen.
Hat man diese Rentenhöhe nicht, muss man ein Guthaben in Höhe von 12.000 Euro (diese Summe kann je nach Kommune variieren) auf dem Girokonto vorweisen. Wir beantragen unsere Aufenthaltsgenehmigung in Aalborg. Dort reicht es, einen Kontoauszug vorzulegen, der nicht älter als 14 Tage sein darf. In manchen Kommunen muss man den Betrag direkt im Onlinebanking vorweisen (man loggt sich ein und zeigt dem SIRI-Mitarbeiter den Kontostand sowie die Kontodaten.
Diesen Betrag (egal ob als Rente oder Guthaben) muss jede einreisende Person nachweisen und während des gesamten Aufenthaltes Zugriff darauf haben. Also, wenn ein Ehepartner z. B. eine höhere Rente hat, wird diese NICHT mit der geringeren Rente des zweiten Ehepartners zusammengerechnet!
Alle Informationen zur Aufenthaltsgenehmigung und die Antragstellung findet Ihr auf der Seite www.nyidanmark.dk (hier geht es direkt zu der Seite für die Einreise als Selbstversorger)
Welche Unterlagen muss man vorlegen?
In unserem Fall sind das die internationalen Geburtsurkunden und Heiratsurkunde. Die einfachen Urkunden reichen nicht, es müssen internationale sein! Diese können wir vorher bei den jeweiligen Ämtern in Deutschland beantragen. Die Heiratsurkunde erhält man bei dem Standesamt in dem man getraut und die Geburtsurkunde in dem Standesamt, wo man nach der Geburt registriert wurde. Das ist bei dem Herzmann in Neubrandenburg und bei mir in Hamburg-Eimsbüttel. Bei unseren zuständigen Behörden kann man das online und mit Paypal-Zahlung erledigen. Die Bearbeitungszeiten sind gerade in Hamburg sehr lang. Man sollte dies also rechtzeitig erledigen.
Die aktuellen Rentenbescheide im Original. Ich habe schon von anderen Auswanderern gehört, dass ein Kontoauszug mit mindestens dem letzten Renteneingang vorgelegt werden musste, um nachzuweisen, dass der gesamte Betrag auf dem Konto eingeht und auszuschließen, dass auf die Rente z. B. eine Pfändung vorliegt. Das brauchen wir nicht, unsere Bescheide reichen in Aalborg aus.
Wenn die Höhe der Rente nicht dem Betrag von mindestens 950 Euro entspricht (siehe oben), einen Kontoauszug (nicht älter als 14 Tage), aus dem hervorgeht, dass sich auf dem Konto (auf das man ständig Zugriff hat) ein Guthaben von mindestens 12.000 Euro befindet.
Den Personalausweis oder Reisepass im Original. Achtet auf das Ablaufdatum! Notfalls den Ausweis noch einmal in Deutschland verlängern lassen.
Den Miet- oder Kaufvertrag für die Immobilie, die man dauerhaft bewohnen wird im Original. In unserem Fall ist es der Kaufvertrag unseres Hauses. Da es sich bei uns um einen Privatkauf handelt, habe ich den Vertrag auf Deutsch und Dänisch mit den Verkäufern geschlossen und lege beide Varianten von allen Parteien unterschrieben vor.
Wir sind beide schon einmal verheiratet gewesen. Daher nehme ich vorsichtshalber auch unsere Scheidungsurkunden im Original (ohne Übersetzung) mit.
Alle Unterlagen habe ich im Original und zusätzlich eine Kopie (falls SIRI sie für die Akten behalten möchte) mitgenommen.
Wann beantragt man die Aufenthaltsgenehmigung?
Nach unserer Erfahrung erst, wenn man wirklich in Dänemark eingereist ist bzw. höchstens kurz vorher.
Wir wollten diesen Punkt schon sehr viel früher erledigen, weil wir einfach total nervös waren, ob Dänemark uns „will“ und haben einen Termin bei SIRI im April vereinbart (Umzugstermin ist der 11.07.). Die Sachbearbeiterin hat uns freundlich wieder weggeschickt und wortwörtlich gesagt, kommt erst einmal in Dänemark an, relaxt ein bisschen und dann holt Ihr Euch einen Termin bei uns. Sie meinte, es können so viele Sachen im Leben passieren, dass man diesen Schritt mit als letzten machen sollte, wenn man in Dänemark leben möchte. Wir haben das damals als sehr hygge empfunden…
Im Übrigen war unsere Nervosität total unbegründet. Wenn man alle Voraussetzungen erfüllt, ist es kein Problem, die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Es werden die reinen Fakten geprüft und nicht man selbst als Person.
Der Antrag kann auch online gestellt werden unter Beifügung aller erforderlichen Unterlagen. Persönlich erscheinen muss man trotzdem bei SIRI. Den persönlichen Termin bucht man vorab online unter nyidanmark. Wir haben von der Vorabeinreichung der Unterlagen und des Antrages abgesehen, direkt online einen Termin gebucht und an diesem Tag alle erforderlichen Unterlagen persönlich vorgelegt.
Nach dem Erhalt der Aufenthaltsgenehmigung muss man sich noch in der Kommune, in der man zukünftig lebt, anmelden. Das ist vergleichbar mit dem Einwohnermeldeamt in Deutschland. Bei uns (in Ålborg) ging dies nahtlos nach dem Termin bei der Einwanderungsbehörde. Dort half uns eine Mitarbeiterin, die sogar deutsch gesprochen hat, das Anmeldeformular auszufüllen und gab uns im Anschluss direkt eine Wartenummer für den Anmeldebereich des zuständigen Borgerservice im Untergeschoss des Gebäudes. Ich habe aber auch schon gehört, dass man nach Erhalt der Aufenthaltsgenehmigung online einen Termin bei der Kommune vereinbaren muss, wenn diese nicht im gleichen Haus wie SIRI ist.
Für die Anmeldung mussten wir einige Fragen beantworten (wo ziehen wir hin, seit wann wohnen wir dort) und folgende Unterlagen vorlegen:
Eine Anmeldung vor dem Einzugstermin ist nicht möglich. Die Mitarbeiterin hat genau geprüft, welches Datum als Übergabetermin im Kaufvertrag eingetragen war. Zum Glück hatten wir mit unseren Vorbesitzern schriftlich vereinbart, dass der Einzug in das Haus vor dem eigentlichen Übergabetermin erfolgen kann. Ansonsten hätten wir einen neuen Termin mit dem Borgerservice vereinbaren müssen. Der Herr am Schalter neben uns musste unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen, weil sein Mietvertrag offiziell erst eine Woche später begann.
Bei der Anmeldung klärte uns die Mitarbeiterin gleichzeitig über die Nutzung des digitalen Postsystems (E-Boks) auf und wir bekamen eine Broschüre über die beiden möglichen Apps (mit QR Code zum Download im App Store). Außerdem erhielten wir Informationen zu der Möglichkeit eine kostenlose Sprachschule innerhalb der ersten fünf Jahre unseres Aufenthaltes in Dänemark zu besuchen. Auch hierzu gab es Infomaterial.
Nach ca. zwei Wochen kommt dann die gelbe Versicherungskarte per Post nach Hause und man erhält seine CPR-Nummer. Wenn alles komplett vorliegt, vereinbart man online einen Termin bei dem zuständigen Borgerservice. In diesem Termin richtet man zusammen mit der Mitarbeiterin die Mit-ID ein. Das kann man theoretisch auch selbst über eine App machen, dazu benötigt man aber einen Personalausweis mit digitaler Funktion. Das hat bei uns leider nicht funktioniert und somit haben wir den persönlichen Termin wahrgenommen.
Was ist das? Die CPR-Nummer ist eine persönliche, zehnstellige Personennummer aus dem zentralen Personenregister (Det Centrale Personregister).
Die Nummer besteht aus 10 Ziffern. Die ersten sechs Ziffern zeigen das Geburtsdatum im Format TTMMJJ, die letzten vier Ziffern unterscheiden Personen gleichen Geburtsdatums und kodieren das Geschlecht (ungerade Zahlen für Männer, gerade für Frauen).
Die Nummer ist ein Leben lang gültig und bleibt bei Wohnortwechseln oder Aus- und Wiedereinreise dieselbe.
Die CPR-Nummer ist der Schlüssel zum alltäglichen Leben und zur Verwaltung in Dänemark. Sie wird für jeden Kontakt mit öffentlichen Ämtern als Identifikationsnummer genutzt. Außerdem ist sie ist Voraussetzung für die Behandlung im dänischen Gesundheitssystem und den Erhalt der gelben Gesundheitskarte (sundhedskort).
Ohne CPR-Nummer kann man in Dänemark so gut wie keine Verträge abschließen, kein Bankkonto eröffnen, keinen Arbeitsvertrag abschließen und keine Steuerkarte (skattekort) erhalten. Sie ist auch die Grundlage für die Nutzung des dänischen Digital- und Identifizierungssystems MitID.
Um eine CPR-Nummer zu erhalten, der Wohngemeinde ein EU-Aufenthaltsdokument vorgelegt werden. D. h. man muss sich erst bei SIRI registrieren lassen und eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, bevor man die CPR-Nummer bei der Kommune beantragt.
Ich finde das Portal lifeindenmark.dk sehr hilfreich. Hier kann man nicht nur alles über die CPR-Nummer nachlesen, sondern auch über andere wichtige Themen wie z. B. MITID, Steuerangelegenheiten, Urlaubsbedingungen, Schule und Kinderbetreuung, Dänischunterricht, Fahrzeugzulassung und Führerschein.
MitID ist das offizielle, staatliche System für die digitale Identifikation in Dänemark. Man nutzt sie für den Zugriff auf Portale wie Borger.dk, Skat.dk (Steuern) oder Sundhed.dk (Gesundheit). Sie wird benötigt, um Digital Post zu nutzen.
Ohne MitID kann man offizielle Nachrichten und Briefen der dänischen Behörden nicht abrufen und lesen. Auch Bankgeschäfte sind ohne MitID nicht möglich. Man loggt sich damit beim Online-Banking ein und gibt Zahlungen frei.
Die Anmeldung bei Versicherungen, Krankenkassen oder Online-Shops findet ebenso über die MitID statt.
Wie funktioniert es?
Es besteht in der Regel aus einem selbst gewählten Benutzernamen, einem PIN-Code und der Bestätigung über die MitID App auf dem Smartphone (oder alternativen Geräten wie einem TAN-Generator / Code-Anzeiger).
Auf den Seiten mitID.dk und Lifeindenmark findet Ihr viele Erklärungen und Erläuterungen zur Einrichtung und Benutzung der MitID.
Ich bin übrigens ein totaler Sicherheitsmensch, was solche Dinge angeht. Wir haben für die MitID sowohl die mobile App als auch den Tan-Generator bei unserem Borgerservice einrichten lassen. Dafür werde ich von unserer dänischen Freundin regelmäßig belächelt… Sie selbst hat nur die App auf dem Telefon.
E-Boks ist ein sicheres, digitales Postfach, mit dem Privatpersonen, Unternehmen und Behörden elektronische Dokumente und Nachrichten in Dänemark austauschen.
Die wichtigsten Funktionen sind das Empfangen digitaler Nachrichten von Banken, Versicherungen, Arbeitgebern und privaten Firmen.
Früher lief auch die offizielle Post dänischer Behörden über e-Boks; inzwischen nutzen staatliche Stellen in Dänemark das System Digital Post (bzw. Plattformen wie mit.dk), während e-Boks vor allem für private Unternehmen dient.
Es gibt auch ein Dokumentenarchiv. Hier ist das sichere Speichern und Verwalten eigener Dateien, Rechnungen und Dokumente möglich.
Und dann gibt es noch die Zusatzfunktionen für digitales Unterschreiben von Verträgen (z. B. mit MitID/NemID) und teilweise das Bezahlen von Rechnungen.
Jeder Bürger ab dem 15. Lebensjahr muss in Dänemark dieses System nutzen, um Post von Behörden, teilweise Ärzten oder Firmen zu erhalten. Der Borgerservice erklärt bei der Anmeldung in der Kommune die Handhabung und Einrichtung.
Mehr Informationen zu E-Boks findet Ihr hier.
Und Informationen zu Mit.dk gibt es hier.
Relativ schnell fand ich heraus, was es bedeutet, ein Fahrzeug in Dänemark einzuführen. Nämlich viel Geld dafür zu bezahlen…
Es gibt dieses böse Wort, welches bei Dänemark Auswanderern meist nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert wird: REGISTRERINGSAFGIFT. Weil die Zahl meistens eine kurze Schnappatmung hervorruft…
Wenn man ein Fahrzeug in Dänemark einführt, muss man eine Einfuhrsteuer an die Steuerbehörde zahlen (Registreringsafgift). Diese berechnet sich nach dem Wert des Fahrzeugs in Dänemark (nicht im Herkunftsland!!!) und zählt zu den höchsten in Europa.
Viele Auswanderer verkaufen ihr Fahrzeug vorher in Deutschland und kaufen sich in Dänemark ein günstiges Gebrauchtes. Das wird in den meisten Fällen günstiger.
Für uns kam das nicht in Frage, weil unser Auto ein Geschenk meines Schwiegervater war (wir hatten also keine Kosten für die Anschaffung) und der Verkaufswert in Deutschland plus die Anmeldegebühr im Endeffekt geringer war als der Preis für den Kauf eines Gebrauchtwagens in Dänemark. Denn dort sind diese nicht wirklich günstig (außer man kauft etwas wirklich Altes und Kleines…)
Als Grundlage gelten folgende Sätze:
25 % von bis zu 72.900 DKK (2025), 76.400 DKK. (2026)
85 % von 72900-226.500 DKK (2025), 76.400-237.400 DKK (2026)
und 150 % des restlichen Steuerwertes.
Für unseren Toyota Verso S, 1,3 Automatik, Erstzulassung 2015
Verkaufswert in Deutschland ca. 8.500 Euro
betrug die Einfuhrsteuer 34.437 DKK (4.606,98 Euro)
Dies Daten hatte SKAT zugrunde gelegt:
Bewertungsdatum: 19.08.2025
Berechnungsart: Gebraucht
Grund für die Überprüfung: Importe
Steuergruppen: Personenkraftwagen
Steuerpflichtiger Wert: 46.463,00 DKK
Abzug für Wohnkostenanteil: 0,00 kr.
Abzugsfähigkeit für steuerfreie Ausrüstung: 0,00 kr.
Ausgleich durch Beschwerung oder Ähnliches: 0,00 kr.
Neuer Preis inklusive Ausstattung/MwSt./Steuern: DKK 225.994,00 (30.233 EUR)
Handelspreis inkl. MwSt.: 80.900,00 DKK (10.822 EUR)
Anmeldegebühr: DKK 34.437,00
Wenn es zu einem Fahrzeug schon Bewertungen in Dänemark gibt, kann man sie sich auf dieser Seite anzeigen lassen. Dann hat man schon einmal einen ungefähren Überblick, was auf einen zukommt…
Um diese Gebühr kommt man nicht herum, wenn man sein Auto, Motorrad oder Wohnmobil mitnehmen möchte.
Denn, wer dauerhaft in Dänemark lebt (also dort gemeldet ist) darf kein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen fahren (übrigens auch nur das Auto von Freunden, die zu Besuch sind, aus triftigem Grund und nur, wenn der Halter dabei ist!!). Aufgrund dieser Bestimmung bringt es also auch nichts, das Auto in Deutschland auf ein Familienmitglied anzumelden. Mit deutschen Kennzeichen darf man es hier NICHT fahren!
Man hat 30 Tage Zeit, das mitgebrachte Kfz in Dänemark anzumelden. Der Vorgang ist im Endeffekt nicht viel anders als in Deutschland, erfolgt jedoch nicht beim Verkehrsamt, sondern kann in einer dafür zugelassenen Dekra-Niederlassung oder Kfz-Werkstatt durchgeführt werden.
Hierfür benötigt man folgende Unterlagen:
Wir haben die Einfuhrsteuer durch Automentor in Padborg berechnen lassen. Zum einen, weil die Bearbeitungszeit für die bindende Auskunft der Zulassungssteuer bei der Zulassungsbehörde ca. fünf Wochen Bearbeitungszeit benötigt hätte, wir aber das Fahrzeug nur 30 Tage mit ausländischen Kennzeichen fahren durften. Wenn bis dahin kein Bescheid vorliegt, darf das Fahrzeug definitiv nicht mehr genutzt werden!
Und zum anderen, weil es relativ einfach ist. Die Ermittlung der verbindlichen Steuerfestsetzung kostet einmalig 500 DKK (ca. 67,00 Euro) und man erhält innerhalb von 24 Stunden die ermittelte Registreringsafgift. Den Betrag überweist man an Automentor ca. eine Woche oder ein paar Tage bevor man zur Prüfstelle fährt. Das macht man erst, nachdem man seine CPR Nummer erhalten hat. Diese Nummer wird sowohl von Automentor, von der Prüfstelle und von SKAT benötigt.
Automentor gibt dann das Fahrzeug zur Registrierung frei und der Prüfer händigt die Kennzeichen (Nummer Plate) aus. Man erhält eine vorläufige Zulassungsbescheinigung (die sollte im Auto mitgeführt werden) und kurze Zeit später die Originalzulassung von SKAT per Post.
Übrigens passen die dänischen Kennzeichen nicht in die deutschen Kennzeichenhalter (sie sind kleiner). Wir haben unsere neuen dänischer Halter kostenlos von Automentor erhalten, der Prüfer bei der Dekra hat sie angebaut und mit den neuen Nummernschildern versehen.
Man kann die Abfrage und Anmeldung aber auch selbst bei Motorstyrelsen online machen. Detaillierte und aktuelle Infos zum Import, An- und Ummeldung von Fahrzeugen gibt es hier. Und hier ist erläutert, wann und wie man das Einfuhrformular ausfüllen muss mit einem Link zu dem passenden Formular.
Die jährliche Steuer für unseren Toyota beträgt 326,39 Euro (2.440,00 DKK) und wird jeweils zur Hälfte im Februar und August gezahlt.
Am Anfang stand die Frage im Raum, ob wir den Umzug selbst in die Hand nehmen oder ein Umzugsunternehmen beauftragen.
Da wir beide nicht mehr ganz jung sind und außerdem gesundheitlich etwas eingeschränkt, fiel die erste Variante raus. Schon alleine bei der Vorstellung, unsere großen Möbel aus dem Dachgeschoss nach unten zu tragen, bekam ich Gelenkschmerzen und Schweißausbrüche.
Es sollte also definitiv ein Umzugsunternehmen beauftragt werden. Wir brauchten eins, was auch europaweite Umzüge durchführt. Denn nicht jede Spedition transportiert das Hab und Gut auch über die deutsche Grenze hinaus. Ich befragte also Google nach „Europaumzügen“ und bekam eine Vielzahl von Unternehmen vorgeschlagen. Zusätzlich auch Seiten mit Umzugsvergleichen.
Nachdem ich mit einigen Umzugsunternehmen virtuelle Wohnungsbesichtigungen zur Bestimmung des Volumens durchgeführt hatte und ziemlich erschüttert über die teilweise extrem hohen Preise war (zwischen 8.000 und 16.000 Euro für 70 Kubikmeter), habe ich über die Seite Umzugspreisvergleich eine Anfrage erstellt.
Man erhält dann einen Anruf von einem Sachbearbeiter (in unserem Fall Herr Schünemann), der einen durch den gesamten Prozess begleitet und eine Ausschreibung für den Umzug erstellt. Die Umzugsfirmen haben dann eine Woche Zeit, ein Angebot abzugeben, ohne jedoch die Kontaktdaten des Kunden zu erhalten. Das ist sehr angenehm, weil man nicht von allen Anbietern ständig angerufen wird.
Über einen persönlichen Zugang auf der Seite kann man die einzelnen Angebote abrufen und sich nach Ende der „Bieterfrist“ für bis zu fünf Unternehmen entscheiden, die in die eigene engere Wahl kommen. Diese markiert man und erhält daraufhin die Kontaktdaten der Firma. Den direkten Kontakt stellt man dann selbst her bzw. die Firma kann einen anrufen, weil sie auch die Kontaktdaten des Kunden erhält. Das hat wunderbar geklappt und dort haben wir letztendlich auch unser Unternehmen gefunden.
Wir haben uns für Isabel Hofmann (Isabels starke Jungs) entschieden und waren rundum zufrieden mit dem bisherigen Kontakt und der Betreuung.
Da ich von den vorherigen Bestandsaufnahmen schon wusste, dass wir ca. 70 Kubikmeter (zwei Personen, bei 134 qm Wohnfläche, drei Zimmern, Garten, Keller und Balkon) Umzugsgut haben, konnte ich Frau Hofmann direkt alles mitteilen und auch gleich eine Inventarliste mitschicken. So eine Liste ist absolut sinnvoll (auch für einen selbst) und dort solltet Ihr wirklich ALLES aufschreiben, was mit soll. Ich bin durch jeden Raum gegangen und habe jedes einzelne Teil aufgeschrieben (vom kleinsten Beistelltisch über Stehlampen, Pflanzen und Möbel oder Dinge, die nicht verpackt werden können, wie unsere großen Bodenvasen und Wandbilder).
Vergesst den Garten oder Balkon nicht! Dort „lauern“ ebenfalls einige Dinge, die man gerne vergisst zu berücksichtigen (Rasenmäher, Grill, Gartengeräte, Gartenmöbel, Pflanzkübel etc.). Und dann kommen noch die Umzugskartons mit auf die Liste. Plant hier nicht zu wenige ein. Ich dachte z. B. wir sind sehr minimalistisch und haben nicht viel Kram. Am Ende hatten wir mit zwei Personen 60 Kartons…
Normalerweise planen die Umzugsunternehmen etwas Karenz bei dem Volumen ein. Darauf solltet Ihr Euch allerdings nicht verlassen. Schlimmstenfalls wird am Umzugstag streng nach der Liste gegangen oder es passt nicht in den Umzugswagen und alles „Überschüssige“ bleibt stehen…
Unser Umzug ist übrigens wunderbar gelaufen. Die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens waren umsichtig und sehr gut organisiert. Alles ist heil angekommen und wir hatten nicht einen Schaden zu beklagen.
Das Umzugsgut ist aufgrund des EU-Binnenmarktes zoll- und mehrwertsteuerfrei, vorausgesetzt, der Hauptwohnsitz liegt künftig in Dänemark. Eine Zollanmeldung fällt für privates Umzugsgut weg. Inventarlisten oder Wertnachweise sind an der Grenze nicht erforderlich, sofern es sich um haushaltsübliche Mengen handelt.
Einfuhrverbote gelten für bestimmte Hunderassen und Waffen (diese sind erlaubnispflichtig).
Genauso, wie man sich selbst in Deutschland abmeldet, wenn man seinen Wohnsitz in das Ausland verlegt, muss auch der Vierbeiner abgemeldet werden. Ansonsten läuft die Hundesteuerpflicht weiter.
Bei uns war das direkt nach unserer Abmeldung im gleichen Einwohnermeldeamt möglich. Ich hatte den erforderlichen Vordruck bereits vorher aus dem Internet heruntergeladen und ausgefüllt, so dass wir nur noch unsere Abmeldung vorlegen mussten und ich sofort eine Bestätigung für Amy erhielt. Die Hundesteuer wurde taggenau abgerechnet und die verbliebene Restsumme konnte ich mit EC-Karte begleichen. Die Steuermarke haben wir abgegeben und somit war auch Amy ohne deutschen Wohnsitz.
In Dänemark gibt es keine Hundesteuer. Aber Hunde, die länger als vier Wochen in Dänemark bleiben oder eingeführt werden, müssen spätestens vier Wochen nach der Ankunft im Dansk Hunderegister angemeldet werden.
Hinweise des Hunderegisters:
Frist: Die Registrierung muss innerhalb von vier Wochen nach der Einreise erfolgen.
Kennzeichnung: Der Hund benötigt eine 15-stellige Mikrochipnummer (oder eine Tätowierung).
Kosten: Die einmalige Gebühr für die Registrierung beträgt 145 DKK.
Weg der Anmeldung: Die Registrierung kann direkt online über das Dansk Hunderegister vorgenommen oder von einem dänischen Tierarzt vor Ort durchgeführt werden. (www.hunderegister.dk)
Allgemeine Einreisebestimmungen:
Der EU-Heimtierausweis muss mitgeführt werden und die gültige Kennzeichnung belegen.
Tollwutimpfung: Die letzte Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein.
Wichtig zu wissen ist auch, dass in Dänemark ein Hundegesetz gilt, welches die Einfuhr von bestimmten Hunderassen und das Vorgehen bei Beißvorfällen regelt.
Dies mag für den einen oder anderen unverständlich sein, ist aber unbedingt zu beachten.
Diese 13 Hunderassen stehen auf der Verbotsliste.
Pitbull Terrier
Kangal
Tosa Inu
Zentralasiatischer Ovtcharka
Amerikanischer Staffordshire Terrier (Amstaff)
Kaukasischer Ovtcharka
Fila Brasileiro
Südrussischer Ovtcharka
Dogo Argentino
Tornjak
Amerikanische Bulldoge
Sarplaniac
Boerboel
Genaue Informationen können hier auf der Seite des dänischen Außenministeriums nachgelesen werden.
Es ist problemlos möglich, in Dänemark Hundefutter zu kaufen. Alle Supermärkte haben eine Haustierabteilung, die Futter und Leckerli im Angebot haben. Hier kaufe ich auch die Dentasticks (Zahnpflege) zu einem etwas höheren Preis als in Deutschland.
Außerdem gibt es zahlreiche Filialen von der Firma MaxiZoo. Diese ist identisch mit Fressnapf in Deutschland und hat nahezu das gleiche Sortiment. Hier bekommt man auch spezielle Futtersorten für Allergikerhunde etc. Außerdem alles an Zubehör, was man auch in Deutschland erhält. Das Filialnetz zieht sich durch ganz Dänemark und die Mitarbeiter in unserer nächstgelegenen Filiale sprechen sehr gut englisch. Allerdings ist das Futter (egal, welches man nimmt) deutlich teurer als in Deutschland. Wir haben Preise gesehen, die fast doppelt so hoch waren.
Amys Futter bestellen wir bei Vet Concept, weil sie das Spezialfutter gegen ihre Hautprobleme super verträgt und es preislich im Rahmen liegt. Am Telefon erhielt ich die Auskunft, dass es problemlos möglich sei, das Futter auch nach Dänemark liefern zu lassen. Unsere Bestellungen umfassen immer 36 Dosen á 400 g, dafür zahlen wir 6,90 Euro Porto (in Deutschland war es portofrei). Der Versand erfolgt schnell und die Auslieferung erfolgt meistens innerhalb von fünf Tagen (bei uns mit PostNord).
Die Deutsche Post (DHL) bietet Nachsendeaufträge auch in das europäische Ausland an. Das Formular ist das gleiche wie für Deutschland. Man kann den Antrag online auf der DHL-Seite ausfüllen und direkt bezahlen. Die Nachsendung kostet für sechs Monate 31,90 Euro. Bei uns hat das wirklich problemlos funktioniert und die nachgesendete Post (Briefe) kam ca. 7 Tage später in Dänemark an.
Allerdings haben wir zu Beginn unserer Auswanderung auch noch die Briefsendungen über PostNord erhalten. Ab Januar 2026 hat dies der Privatzusteller DAO in Dänemark übernommen. Anfangs kam es zu erheblichen Verzögerungen bei der Postzustellungen und einige Sendungen sind wohl auch verloren gegangen. Mittlerweile hat sich das alles normalisiert und einige Briefe brauchen nur eine Woche von Deutschland nach Dänemark. Meine Zeitschriften benötigen meistens ca. zwei Wochen bis sie bei mir sind. Aber alles kommt zuverlässig an.
Hinweis:
Bei dem Zustellunternehmen Nordbrief kann man keinen Nachsendeauftrag für Adressen außerhalb Deutschlands beauftragen.
Unsere Bank (Sparkasse Holstein) hat problemlos eingewilligt, unser deutsches Konto weiterzuführen, auch wenn wir unseren Wohnsitz nach Dänemark verlegen. Wir können auch unsere Kreditkarten weiter nutzen und selbst, wenn unsere Rentenzahlungen auf dänische Konten gehen, werden unsere Konten weitergeführt.
Das macht nicht jede Bank. Viele kündigen die Konten, wenn der Inhaber keinen deutschen Wohnsitz mehr hat.
Für diesen Fall haben wir die Empfehlung bekommen, ein Konto bei DKB Bank anzulegen. Hier kann man sogar mit der dazugehörigen Kreditkarte gebührenfrei im Ausland bezahlen und Geld abheben. Wichtig ist, das Konto einzurichten, bevor man seinen Wohnsitz in Deutschland abmeldet!
In Dänemark sollte mit einer der ersten Schritte sein, ein Konto bei einer dänischen Bank zu eröffnen. Dies ist jedoch in den meisten Fällen erst nach Erhalt der CPR Nummer möglich. Wenn man den Hauskauf über einen Makler abwickelt, erhält man eine vorläufige CPR Nummer, die dafür genutzt werden kann.
Mittlerweile ist es leider manchmal nicht mehr so einfach, eine Bank zu finden, die ein Konto für Auswanderer einrichten möchte. Obwohl nach geltendem EU-Recht jede Bank oder Sparkasse zur Einrichtung eines Guthabenkontos verpflichtet ist, verlangen einige Geldinstitute Unmengen an Dokumenten und Nachweisen oder lehnen die Eröffnung eines Kontos ganz einfach ab.
Weil uns das leider auch passiert ist und wir dringend ein Konto benötigten, haben wir uns für eine Onlinebank entschieden. In unserem Fall ist es die Lunar Bank, sehr beliebt ist aber auch die Danske Bank. Hier kann man relativ problemlos alles online eröffnen und die spätere Nutzung ist übersichtlich und einfach.
Gerade für die ersten Überweisungen ist es wichtig, schnell ein Konto zu haben. Denn das Überweisungssystem in Dänemark unterscheidet sich von dem Deutschen. Hier gibt es zwar auch IBAN Nummern, sie werden aber für den inländischen Zahlungsverkehr kaum genutzt. Auf den Rechnungen ist eine lange Nummer aufgedruckt, die so genannte FIK Nummer. Diese gibt man direkt in das Onlinebanking ein. Hier gibt es eine nähere Erklärung zu dieser Nummer.
Das dänische Zahlungssystem:
(Quelle Google KI) Die Bezeichnung +71 auf dänischen Rechnungen steht für einen spezifischen Einzahlungsscheintyp (dänisch: FIK-kort oder Fælles Indbetalingskort), der im dänischen Bankensystem zur automatisierten Zuordnung von Zahlungen genutzt wird.
Wenn Sie eine solche Rechnung in Ihrem (dänischen) Online-Banking bezahlen, wählen Sie als Zahlungsart „FIK“ oder „Indbetalingskort“ aus und geben die darauffolgende Zahlenkette ein.
Struktur der Zahlungsnummer (+71)
Die gesamte Zeile ist standardisiert aufgebaut und besteht meist aus folgendem Muster (z. B. +71 <000000012345678+ 88655702<):
1. +71 (Kortart / Belegart): Signalisiert dem Banksystem, dass es sich um ein elektronisch lesbares Formular vom Typ 71 handelt. Bei diesem Typ wird der Absender rein über Nummern identifiziert, individuelle Textnachrichten des Zahlers an den Empfänger sind hierbei nicht möglich.
2. Die 15-stellige Zahlungs-ID (Betalings-ID): Identifiziert die konkrete Zahlung. Sie besteht in der Regel aus Ihrer Kundennummer und/oder der Rechnungsnummer sowie einer abschließenden Prüfziffer. Kürzere Nummern werden von links mit Nullen aufgefüllt.
3. Die 8-stellige Gläubigernummer (Kreditornummer): Die letzten 8 Ziffern (nach dem + oder <) sind die feste Identifikationsnummer des Rechnungsstellers (Unternehmen oder Behörde) im dänischen Bankensystem.
Wichtiger Hinweis für Zahlungen aus dem Ausland
Das System hinter der +71-Nummer ist ein rein dänisches Inlands-Zahlungssystem.
• Mit dänischem Bankkonto: Sie können die Nummern einfach direkt in Ihre dänische Banking-App oder Ihr Online-Banking eintippen. Das System erkennt den Empfänger automatisch.
• Aus dem Ausland (SEPA / Euro-Konto): Sie können diese Zahlenkette nicht direkt als IBAN oder Verwendungszweck für eine normale Auslandsüberweisung nutzen. Wenn Sie kein dänisches Bankkonto besitzen, müssen Sie den Rechnungssteller kontaktieren und nach dessen IBAN und BIC (SWIFT) fragen, um eine Standard-Auslandsüberweisung durchzuführen.
Für wiederkehrende Zahlungen nutzt man den Betalingservice. Das ist in etwas vergleichbar mit dem deutschen Lastschriftverfahren. Man gibt dem Gläubiger die Erlaubnis, zu einem wiederkehrenden Zeitpunkt eine Summe von dem Konto abzubuchen. Das funktioniert nicht bei allen Firmen oder Anbietern. Unser Wasserwerk hatte z. B. Probleme, diesen Service anzubieten.
Bevor die Abbuchungen erfolgen, erhalten wir jeden Monat von unserer Bank eine Benachrichtigung über E-Boks, welche Zahlungen wann im Folgemonat ausgeführt werden.
Und dann gibt es noch das dänische „PayPal“. Es heißt MobilePay und funktioniert über eine Smartphone App. Dieses kann man jedoch nur mit einem dänischen Bankkonto, einer dänischen Handynummer, der CPR-Nummer sowie MitID nutzen.
Bei der Registrierung verknüpft die App die Mobiltelefonnummer direkt mit einem dänischen Bankkonto.
Mit MobilePay kann man Geld senden und empfangen. Zum Senden gibt man dafür entweder in der MobilePay-App die Handynummer des Empfängers ein, tippt den Betrag ein und bestätigt anschließend die Zahlung per PIN oder Gesichtserkennung.
Oder man scannt einen QR Code, der häufig in Geschäften, Cafés, Webshops, Straßenständen oder Hofläden angebracht ist. Dieser enthält alle Informationen, die das Zahlungssystem benötigt, um die Zahlungs durchzuführen. Das Geld wird dann sofort (in Echtzeit) vom eigenen dänischen Konto abgebucht und dem Zahlungsemfpänger innerhalb weniger Sekunden gut geschrieben.
Die Mitarbeiter der dänischen Steuerbehörde (Skat) sind sehr freundlich und sprechen Englisch. Ich habe dort direkt angerufen und folgende Aussage erhalten:
Zwischen Deutschland und Dänemark besteht ein so genanntes Doppelbesteuerungsabkommen. Das bedeutet für uns als Rentner, dass unsere Erwerbsunfähigkeitsrente- bzw. Altersrente nur in Deutschland versteuert wird. Auf unsere deutschen staatlichen Renten zahlen wir in Dänemark keine Steuern. Sie muss bei der jährlichen Steuer angegeben werden, wird aber bei der Berechnung der in Dänemark zu zahlenden Steuern (Grundwert und Gebäudesteuer) nicht mit einbezogen.
Anders sieht es bei Betriebsrenten oder privaten Renten aus. Übersteigt diese den Freibetrag muss der darüber liegende Anteil in Dänemark voll versteuert werden.
Da meine Betriebsrente gering ist und den Freibetrag nicht übersteigt, ist auch diese für uns in Dänemark steuerfrei.
Die Finanzbehörde in Deutschland hat mir noch folgende Info gegeben:
Nach der Auswanderung ist die Steuerbehörde Neubrandenburg für alle Rentner zuständig. Hier muss auch die jährliche Steuererklärung eingereicht werden.
Bei Erträgen aus Geldanlagen, Immobilienbesitz, Mieteinnahmen und Erbschaften sieht es wieder anders aus. Diese werden wohl sowohl in Deutschland als auch in Dänemark versteuert. Da dies für uns aber keine Rolle spielt, habe ich mich mit dem Thema nicht weiter beschäftigt. Hierzu sollte auf jeden Fall ein Steuerberater, der sich auch mit dänischem Recht auskennt, kontaktiert werden.
Im Fall einer weiterhin ausgeübten selbständigen Tätigkeit in Deutschland gilt eine Versteuerung der Einnahmen bzw. Gewinne wohl ebenfalls in Dänemark. Dann benötigt man zusätzlich einen dänischen Steuerberater, der einen umfänglich beraten kann.
In Dänemark gibt es einige Pflichtversicherungen, also Versicherungen, die man haben MUSS.
Hierzu zählen die Kfz-Haftpflichtversicherung für Fahrzeughalter, die Hundehaftpflichtversicherung für Hundebesitzer, die Feuer- bzw. Brandversicherung für Immobilienbesitzer sowie die Arbeitsunfallversicherung für Arbeitgeber.
Kfz-Haftpflichtversicherung (ansvarsforsikring): Ist vorgeschrieben für jedes zugelassene Kraftfahrzeug mit hohen gesetzlichen Deckungssummen.
Hundehaftpflichtversicherung (hundeforsikring): Ist in Dänemark für alle Hundehalter gesetzlich verpflichtend – unabhängig von Rasse oder Größe des Hundes.
Brand-/Feuerversicherung (brandforsikring): Ist für den Besitz einer Immobilie gesetzlich vorgeschrieben; bei einer Immobilienfinanzierung verlangen Banken diese Deckung grundsätzlich als Voraussetzung (husforsikring).
Arbeitsunfallversicherung (arbejdsskadeforsikring): Arbeitgeber in Dänemark sind gesetzlich verpflichtet, eine Unfallversicherung für ihre Mitarbeiter (bezahlt oder unbezahlt) abzuschließen.
Alle weiteren privaten Versicherungen sind in Dänemark freiwillig, gehören meistens aber zum absoluten Standard:
Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung (indboforsikring): Für diese Versicherung besteht keine gesetzliche Pflicht, sie schließt in Dänemark jedoch praktischerweise die private Haftpflicht für die ganze Familie mit ein und wird von Vermietern fast immer vorausgesetzt.
Unfallversicherung (ulykkesforsikring): Der Abschluss einer privaten Freizeit-Unfallversicherung ist weit verbreitet, da die staatliche Absicherung bei Freizeitunfällen Lücken aufweisen kann.
Alle Versicherungen, die wir in Deutschland abgeschlossen haben, gelten nicht für Dänemark!
Wir haben neue Verträge für die Hausversicherung, Hausrat-/Privathaftpflicht, Kfz und Tierhalterhaftpflicht bei der GF Forsikring abgeschlossen. Wenn man alle Verträge bei einer Versicherungsgesellschaft hat, gibt es oftmals gute Rabatte.
Die GF wurde uns in einem Forum für Dänemarkauswanderer empfohlen. Es handelt sich um eine genossenschaftliche Versicherungsgesellschaft, die ihre jährlichen Gewinne durch Reduzierung der Beiträge an die Mitglieder weitergibt. Bei einem Versicherungsvergleich waren sie zwar nicht die günstigsten, aber die Versicherung mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis. Außerdem spricht unsere Sachbearbeiterin Deutsch, was gerade am Anfang sehr hilfreich war.
Wir haben uns bei allen Versicherungen für einen geringen Selbstbehalt entschieden und zahlen für alles zusammen ca. 135,00 Euro (1.004 DKK) im Monat. Die monatliche Zahlungsweise kostet in Dänemark übrigens nicht mehr als die jährliche oder halbjährliche! Uns ist es lieber, jeden Monat eine kleinere Summe als einmal jährlich eine große zu zahlen (das reicht uns schon bei der Wasserrechnung…)
Die normalen Hausnebenkosten hat man in Dänemark genau wie in Deutschland auch. Einiges ist billiger und anderes teurer.
Wir werden monatliche Kosten von ca. 600,00 Euro haben. Darin ist alles enthalten, was an regelmäßigen Zahlungen anfällt, auch alle Versicherungen, Autosteuer und Grundsteuer. Jährliche und vierteljährliche Abrechnungen habe ich auf den Monat umgerechnet.
Die Verträge haben wir weitestgehend von unseren Vorbesitzern übernommen. Das war sehr hilfreich, da wir uns dann nicht mit den ganzen Abläufen und Anbietern auseinandersetzen mussten. Diese Vorgehensweise ist bei einem Hauskauf oftmals üblich und geht sehr einfach. Der vorherige Vertragsnehmer gibt bei der Kündigung des Vertrages den neuen Besitzer des Hauses an und der Anbieter schickt diesem die neuen Verträge per Mail zu. Bei den meisten Anbietern benötigt man die CPR Nummer und Mit ID um einen Vertrag abzuschließen. Da diese am Anfang meistens noch nicht vorhanden ist, ist der Weg über die Vertragsübernahme deutlich einfacher. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man sich in Ruhe um eventuelle Anbieterwechsel kümmern.
Strom:
Unseren Strom beziehen wir von Strømlinet über einen Flextarif. Hier gibt es günstige und teurere Zeiten am Tag. In der App werden die jeweiligen Strompreise über den Tag stündlich angepasst. Man kann sehen, wann man den Strom zum günstigsten Preis nutzen kann und dann z. B. die Waschmaschine oder den Geschirrspüler einschalten. Die Rechnung kommt alle drei Monate. Der Strom ist in Dänemark um einiges günstiger als bei dem letzten Anbieter, den wir in Deutschland hatten.
Wasser:
Wir erhalten unser Wasser von dem örtlichen Wasserwerk. Der Zähler wird (meistens im Oktober) digital abgelesen. Ende des Jahres kommt eine Abrechnung für das vorangegangene Jahr und wird in einer Summe bezahlt. Der Preis für Wasser ist vergleichbar mit Deutschland.
Abwasser:
Die Abrechnung kommt einmal jährlich von der Kommune und ist in zwei Abschlagszahlungen aufgeteilt (Februar und August). Der Zähler wird digital abgelesen.
Müll:
In unserer Kommune ist Nordværk für die Müllentsorgung zuständig. Einmal im Jahr kommt eine Rechnung mit zwei Abschlagszahlungen über das Jahr (Januar und Juli). Dieser Posten ist vergleichsweise hoch, beinhaltet aber auch alle Entsorgungen, die man über den Genbrugsplads (Recyclinghof) macht. Dort muss man nichts extra zahlen und kann alles abgeben (auch Gartenabfälle, Sonderstoffe etc.)
Wir haben zwei geteilte Mülltonnen. Eine beinhaltet den Restmüll sowie Biomüll, die andere Wertstoff und Papier. Der Rest- und Biomüll wird 14-tägig abgeholt, Wertstoffe und Papier monatlich.
Fernwärme:
Unser Dorf hat eine Fernwärmeversorgung über ein eigenes Heizwerk. In unserem Keller befindet sich die nahezu wartungsfreie Heizanlage (klein und „handlich“). Einmal im Jahr sollte der Filter gereinigt werden, das war alles an Wartung.
Der Preis für die Wärmeversorgung ist relativ hoch und macht den größten Posten bei den Nebenkosten aus. Der Zähler wird digital abgelesen und die Abrechnung erfolgt monatlich 10 Mal im Jahr. Die Monate Mai und Juni sind zahlungsfrei. Im Juli erfolgt eine Endabrechnung und die Abschlagszahlungen für das kommende Jahr werden dem Verbrauch entsprechend angepasst.
Grundsteuer und Hauswertsteuer:
Es gibt zwei Steuern auf unser Haus bzw. Grundstück. Einmal die Besteuerung für das Haus und einmal für das Grundstück. Die Bewertung wird von der Kommune und SKAT vorgenommen und richtet sich nach Lage, Größe und Alter des Hauses. Beides ist relativ niedrig. Das liegt aber auch daran, dass wir in keinem Ballungszentrum leben. Die Rechnung wird einmal jährlich beglichen.
Internet:
Wir haben einen Glasfaseranschluss im Haus und dementsprechend einen Vertrag mit unbegrenzter Datennutzung bei Telenor abgeschlossen. Der Preis ist ungefähr vergleichbar mit Deutschland. Die Abrechnung erfolgt monatlich.
Für fast alle unsere Abonnements und Mitgliedschaften gibt es ein Sonderkündigungsrecht, wenn man seinen Wohnsitz in das Ausland verlegt. Man muss lediglich mit der außerordentlichen Kündigung den Nachweis erbringen, dass man Deutschland dauerhaft verlässt. Das Sportstudio und Solarium wollten nur den Kaufvertrag des Hauses sehen und haben dann zum Datum des Umzugs unsere Verträge beendet.
Anders ist es beim ADAC. Bis vor einiger Zeit gab es auch hier ein Sonderkündigungsrecht. Das wurde jedoch abgeschafft, da man die Leistungen auch im Ausland nutzen könnte. Hier habe ich eine normale Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist geschrieben. In unserer neuen dänischen Autoversicherung ist die Pannenhilfe über Falck eingeschlossen. Somit benötigen wir den ADAC nicht mehr.
Bei Zeitschriftabonnements ist es ähnlich. Auch hier gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Es ist aber auch möglich, sich die Magazine an die neue Adresse im Ausland (und nicht nur im EU-Ausland!) senden zu lassen. Der Abopreis erhöht sich dann um das Porto. Das sind bei mir ca. 18 Euro / jährlich pro Zeitschrift. Mindestens einen Monat vorher sollte man die Lieferadresse ändern, damit die nahtlose Lieferung gewährleistet ist. Da ich in Dänemark nur am Flughafen in Aalborg (30 Minuten entfernt…) deutschsprachige Magazine finden werde und mir meine Einrichtungsideen sonst vermutlich irgendwann ausgehen werden, habe ich mich entschlossen, einige meiner liebsten Magazine weiter zu beziehen.
Es gibt einige wenige Dinge, auf die möchten wir auch in Dänemark nicht verzichten. Dazu gehören z. B. unsere geliebten Streaming-Dienste. Da wir „richtiges“ Fernsehen meist nur für das Schauen von aktuellen Nachrichten nutzen und ansonsten eher zu den „Serienjunkies“ zählen, war es uns wichtig, diese weiter zu nutzen. Außerdem möchte der Herzmann gerne weiterhin Fußball schauen.
Das ist leichter gesagt, als getan, wie ich feststellen musste. Für alle Anbieter braucht man eine deutsche Adresse und ein deutsches Konto, von dem die Abogebühren abgebucht werden können. Zusätzlich sind einige Sendeangebote nur in Deutschland empfangbar. Hier könnt Ihr Euch mit einem VPN behelfen. Die App des jeweiligen Anbieters wird auf dem Gerät (Fernseher, Apple TV, Spielekonsole) installiert und dann ein deutscher Server ausgewählt, über den die Internetverbindung läuft.
Wir haben uns für Surfshark entschieden, weil es hier gerade ein Angebot für zwei Jahre + drei Bonusmonate gibt (70 Euro für 27 Monate, das sind 2,60 pro Monat).
Auf unserem Samsung TV kann diese App leider nicht installiert werden, auf anderen Fernsehern soll es aber funktionieren. Wir nutzen unsere Streamingdienste in Dänemark dann über Apple TV. Dort funktioniert es problemlos.
Wenn Euch kleinere geographische Gebietseinschränkungen nicht stören, laufen die Apps von allen Anbietern auch auf einem Smart TV einwandfrei. Nur den Sky Receiver sollte man nicht nutzen, weil Sky daran wohl sehr schnell erkennt, dass Ihr Euch nicht mehr in Deutschland und somit an Eurer Heimatadresse befindet und nach 30 Tagen die Aufforderung kommt, den Receiver bitte im Heimatnetzwerk einzuloggen, da ansonsten die Verbindung und Übertragung der Inhalte nicht mehr möglich ist.
Für das normale Fernsehprogramm bietet sich übrigens Waipu.tv an. Das benötigen wir nicht, da an unserem Haus eine Astra Satellitenschüssel installiert ist, die einwandfrei alle deutschen Programme empfängt.
Alle Verträge müssen vor Eurer Abmeldung in Deutschland geschlossen werden, da – wie schon geschrieben – eine deutsche Adresse für den Vertragsabschluss notwendig ist. Denkt also rechtzeitig daran, falls Ihr diese Angebote nutzen wollt.
Wir sind zusätzlich noch Amazon Prime Kunden und kaufen viele Dinge über Amazon. Der Versand funktioniert problemlos für die meisten Artikel auch nach Dänemark. Und wenn sie von Amazon direkt verschickt werden ab einem Bestellwert von 50 Euro sogar versandkostenfrei (als Prime Mitglied). Nur die dänischen Inseln sind davon ausgeschlossen.
Wenn Ihr lieber vor Ort einen Streamingdienst nutzen möchtet:
In Dänemark gibt es den Anbieter Viaplay, der alle Angebote vereint (Filme, Serien und alle Sportarten). Aber zum einen ist das Komplettangebot relativ teuer, zum anderen werden dort Filme und Serien in englisch mit Untertiteln angeboten und die Kommentatoren bei Sportübertragungen sprechen natürlich dänisch. Da kommt dann die Sprachbarriere zum Tragen…
Dass wir unsere relativ teuren Telekom-Verträge nicht weiter nutzen wollten, war mir von vornherein klar. In Deutschland hatten wir insgesamt drei Mobilfunkverträge. Zwei für unsere Handys und einen für unser mobiles Internet zu Hause. Unsere Mobiltelefone sind noch relativ neu und somit müssen wir diese in der nächsten Zeit nicht tauschen. Ich hatte schon in Erfahrung gebracht, dass man bei einem Umzug ins Ausland ein Sonderkündigungsrecht hat. Dieses wahrzunehmen ist sogar relativ einfach. Man muss die Abmeldung aus Deutschland und die Anmeldung am neuen Wohnsitz vorlegen und ab dem Tag ist der Vertrag beendet. Unsere Vertragshandys dürfen wir ohne Sonderzahlung behalten (das hat mich ehrlich gesagt am meisten überrascht…)
Da ich aber weiterhin eine deutsche Mobilnummer benötige, die auch langfristig im Ausland funktioniert, suchte ich nach Prepaid-Alternativen. Einige Anbieter beenden die Verträge, wenn man sich dauerhaft mit der Nummer im Ausland aufhält. Darauf solltet Ihr auf jeden Fall achten.
Meine Wahl fiel auf Tchibo Mobil. Ich hatte bereits vor einigen Jahren gute Erfahrungen mit dem Anbieter gemacht und wählte einen Angebotstarif aus, der unseren Ansprüchen entspricht. Die Netzabdeckung ist wirklich gut und 5G hat man auch. Wir haben uns für einen Jahresvertrag für 69,95 Euro entschieden (das sind monatlich 5,08 Euro) mit 4 GB Datenvolumen und freien Gesprächen in alle Netze innerhalb Europas. Der Vertrag verlängert sich nicht automatisch, so kann ich entscheiden, ob ich nach einem Jahr noch eine deutsche Handynummer benötige und dann eventuell einen neuen abschließen. Da ich das deutsche Handy nur zum Telefonieren nach Deutschland und vorwiegend zu Hause im WLan nutze, reicht mir das geringe Datenvolumen aus.
Als Tipp: Es gibt hier immer mal wieder gute Angebote mit Datenvolumen und freien Gesprächen in alle Netze. In größeren Supermärkten kann man das Paket mit Sim-Karte gleich mitnehmen und dann zu Hause aktivieren. Diesen Punkt solltet Ihr aber auf jeden Fall erledigen, solange Euer Wohnsitz in Deutschland ist, ansonsten wird es schwierig einen deutschen Handyvertrag abzuschließen, weil Ihr eine deutsche Adresse angeben müsst!
Natürlich brauchen wir auch dänische Handynummern. Ohne diese kann man viele Angebote in Dänemark nicht nutzen. Man muss sie z. B. auch für Terminvereinbarungen beim Borgerservice angeben und loggt sich dort vor Ort damit ein. Für die MitID benötigt man sie ebenfalls und wenn man MobilPay nutzen möchte (eine supereinfache Bezahlart in Dänemark) ist sie unabdingbar.
Hier habe ich mich für Lebara (lebara.dk) entschieden. Mit unserem Paket können wir zwei Stunden nach Deutschland (oder in die EU) telefonieren und haben 99 GB Datenvolumen. Die Netzabdeckung ist sehr gut (wie bei allen Anbietern in Dänemark) und das ganze kostet gerade mal 99 Kronen im Monat (13,24 Euro). Ein weiterer Anbieter, den ich empfehlen kann, ist Dukatale (dukatale.dk). Hier hat man für den gleichen Preis zwar weniger Datenvolumen, kann aber ohne Beschränkung kostenlos nach Deutschland und in die EU telefonieren.
In Dänemark gibt es, anders als in Deutschland, keine richtigen Verträge mit subventionierten Handys. Hier nutzt man Prepaid Tarife, die sich automatisch verlängern, bis man sie kündigt. Eine längere Kündigungsfrist gibt es nicht. Wenn man den Anbieter wechselt, geht das wunderbar einfach und die Rufnummernmitnahme funktioniert einwandfrei.
Wichtig ist, dass Ihr das Paket in Dänemark bucht! Lebara gibt es zwar weltweit, aber eben nur vor Ort den dänischen Tarif. Auch hierfür braucht Ihr die CPR Nummer und MitID.
Wir haben schon vor einigen Monaten angefangen mit Babbel dänisch zu lernen. Ziemlich genau in dem Moment, als die Entscheidung für die Auswanderung gefallen ist, habe ich die App heruntergeladen. Es gibt Partner- oder Familientarife, wo jeder seinen eigenen Account hat und in seinem eigenen Tempo lernen kann.
Wir finden die Lernmethode beide gut und nutzen die App seit dem täglich. Ein Jahresabonnement für Partner oder Familien kostet für ein Jahr ca. 190 Euro und man kann jede Sprache lernen, die man möchte. Jeder Nutzer kann also aussuchen, welche Sprache er lernen möchte.
Wir haben auch Sprachenlernen24 ausprobiert, waren aber mit dem Aufbau und der Umsetzung nicht so zufrieden. Ich fand es eher kompliziert, die einzelnen Lektionen und Aufgaben auszuwählen und zu lernen.
Leider gibt es nicht so viele Anbieter mit denen man Dänisch lernen kann. Für gängigere Sprachen, wie Englisch, Spanisch oder Französisch, habe ich sehr viel mehr Anbieter gefunden.
Sprachschule (Sprogskole):
In Dänemark hat jeder „Einwanderer“ die Möglichkeit, eine Sprachenschule zu besuchen. Dieser Kurs geht über drei Jahre, findet zweimal die Woche abends oder tagsüber statt und wird von der jeweiligen Kommune finanziert. Man muss lediglich eine Kaution von 2000 Kronen (ca. 270 Euro) hinterlegen, die man nach kompletter Absolvierung der Schule wiederbekommt. Dieses Angebot steht jedem Einwanderer zur Verfügung und man erhält einige Zeit nach Wohnortanmeldung von der Kommune eine schriftliche Einladung.
Wir haben nach ca. einem Jahr mit der Schule angefangen und sind jetzt einige Wochen dabei. Das macht richtig Spaß und obwohl wir mit unserem „fortgeschrittenen“ Alter etwas länger zum Lernen brauchen, können wir schon erste Fortschritte verzeichnen.
Im Übrigen gilt Dänisch (wie fast alle skandinavischen Sprachen) als sehr schwierig zu lernen. Selbst die Dänen kokettieren ein bisschen damit, dass sie eine schwere Sprache haben. Wenn man sich ein wenig damit beschäftigt, merkt man schnell, dass kein (und ich meine wirklich keins) Wort gesprochen wird, wie es geschrieben wird. Und je nach Region gibt es unendlich viele Dialekte, in der mal mehr und mal weniger Buchstaben beim Sprechen „verschluckt“ werden.
Uns wurde allerdings erst richtig klar, wie schwer es wird diese Sprache zu lernen, als wir uns das erste Mal die Sätze bei Babbel von der App haben vorsprechen lassen. Obwohl ich schon wusste, was dort geschrieben steht, habe ich NICHTS verstanden.
Man sollte es übrigens vermeiden, sich vor einem Dänen über die Sprache lustig zu machen. Das kommt nicht so gut an. Allerdings haben einige Wörter und deren Aussprache in der Schule bei allen Teilnehmern schon für tränenreiche Lachanfälle gesorgt… Und hier hat auch unsere Lehrerin mitgelacht…
Was sagte meine Mutter immer? Dreimal umziehen ist, wie einmal komplett abgebrannt. Das ist natürlich übertrieben, aber in einem Punkt hatte sie Recht, ich finde bei jedem Umzug Dinge, die wir definitiv nicht brauchen und aussortieren können. Es ist sehr faszinierend, was sich in einem Haushalt so ansammelt ohne einen wirklichen Sinn zu erfüllen…
Ich bin eher der Minimalist und bewahre wenige Sachen ohne Nutzen auf. Doppelte Dinge gibt es bei uns nicht. Wenn etwas kaputt geht, wird ein Ersatz beschafft und das alte entsorgt. Der Herzmann ist da nicht ganz so konsequent, aber in den Jahren schon wesentlich organisierter geworden.
Nichts desto trotz gibt es auch in unserem Haushalt genügend Sachen, die wir nicht mitnehmen werden. Und das hat nicht nur etwas damit zu tun, dass wir nicht noch mehr für den Umzug bezahlen möchten!
Als erstes haben wir uns von allem getrennt, was wir hier nicht benutzen oder gar nicht mehr wussten, dass wir es haben. Das meiste davon befindet sich bei uns im Keller und Gartenhaus. Hier haben wir wirklich Tabularasa gemacht und ganz viel aussortiert.
Als nächstes ging ich unsere Möbel in jedem Zimmer durch. Was passt davon überhaupt in die dafür vorgesehenen Räume im neuen Haus? Dabei wurde schnell klar, dass unser altes Küchenbuffet nicht mitkommt, weil es stilmäßig nicht mit der neuen Küche harmoniert. Auch mein großer Schreibtisch wurde aussortiert, weil seine Dimensionen das neue Homeoffice „sprengen“ werden.
Nachdem die Möbelfrage geklärt war, ging es mit dem Inhalt der Schränke weiter. Ich wollte diesen Schritt auf jeden Fall vor dem Packen der Kartons erledigen, damit ich nur noch das einpacken muss, was wirklich mit soll.
Alles, was weg konnte, habe ich aufgelistet (kleinere kaputte oder unbrauchbare Dinge landeten gleich in einem Müllsack) und mir überlegt, ob es verkauft oder verschenkt werden kann. Ich bin Mitglied in zwei WhatsApp Gruppen für unser Dorf und die nähere Umgebung (zu verschenken und zu verkaufen). In diesen Gruppen und bei Ebay Kleinanzeigen habe ich alles inseriert.
Auch meine Freundinnen waren dankbare Abnehmer für einige Sachen. Eine von ihnen hat ihre gesamte Terrasse mit unseren Pflanzkübeln samt Pflanzen bestückt. Außerdem hatten wir das Glück, dass unsere Nachmieterin viele Dinge aus dem Garten und der Wohnung gegen eine Abstandszahlung übernehmen wollte. Das war gerade bei größeren Dingen, wie unserer Gartenhütte und den Hochbeeten, sehr praktisch.
Fangt damit lieber frühzeitig an, auch wenn das bedeutet, dass Ihr vielleicht keine Gartenmöbel oder Sitzgelegenheiten mehr habt. Bis alles verkauft oder verschenkt ist, kann es bei einigen Gegenständen länger dauern.
In der Regel hat man eine dreimonatige Kündigungsfrist für Wohnraum. Die Kündigung kann aber natürlich schon früher abgeschickt werden.
Wenn die Wohnung renoviert übergeben werden muss (das war bei uns der Fall), plant auf jeden Fall einen Puffer für die Übergabe ein. Unser Umzug war am 11.7. und wir haben die Wohnung zum 31.07. gekündigt. Am Nachmittag unseres Umzugstages, bevor wir nach Dänemark gefahren sind, haben wir unserem Maler die Schlüssel gegeben und er hat angefangen, die Wohnung zu streichen. Wir sind dann am letzten Juli Wochenende noch einmal nach Deutschland gefahren, um die Wohnung an unsere Vermieter zu übergeben und gleichzeitig am Montag die Abmeldung in Deutschland durchzuführen.
Nach der Übergabe habe ich die Lieferverträge mit den Versorgungsunternehmen gekündigt. Das war bei uns nur der Stromanbieter (alles andere lief über die Nebenkosten direkt an den Vermieter) und ging problemlos telefonisch, ich musste nur die aktuellen Zählerstände angeben und den Tag des Auszugs.
Den Internetvertrag hatte ich bereits zeitgleich mit der Wohnungskündigung erledigt und das Enddatum auf den 31.07. festgelegt.
Eine Abmeldung in Deutschland ist erforderlich, wenn man ins Ausland zieht und keine neue Wohnung in Deutschland hat oder eine Nebenwohnung ersatzlos aufgibt.
Die Abmeldung erfolgt persönlich (in unserem Fall) kostenfrei bei der zuständigen Meldebehörde vor Ort, kann frühestens 7 Tage vor dem Auszug durchgeführt werden und muss spätestens 14 Tage danach erledigt sein.
Eine Angabe der neuen Adresse ist nicht notwendig, für die Steuerbehörde muss sie jedoch auf einem gesonderten Formular eingetragen werden. Diese Information wird aber nicht bei einer Meldestandsanfrage weitergegeben, sondern dient lediglich für steuerliche Angelegenheiten.
Auf dem Personalausweis wird „keine Hauptwohnung in Deutschland“ eingetragen.
Wie viel Geld man für eine Auswanderung benötigt, hängt natürlich von vielen Faktoren ab und nicht zuletzt von den eigenen Bedürfnissen.
Unsere Rechnung sah folgendermaßen aus:
Umzugsunternehmen:
5.000,00 Euro (plus Trinkgeld für die drei Mitarbeiter je 100,00 Euro = 300,00 Euro)
Autoeinfuhr in Dänemark:
4.600,00 Euro (plus Nummernschilder 158,00 Euro und Einfuhr-TÜV 138,00 Euro)
Nachzuweisende Summe auf dem Bankkonto für eine Person als Selbstversorger (die Rente des Herzmannes reichte zu dem Zeitpunkt nicht ganz aus):
12.000 Euro
Internationale Urkunden (Geburts- und Heiratsurkunde):
16,00 Euro pro Urkunde (in unserem Fall 48,00 Euro für drei Urkunden)
Eintragung Grundbuch Eigentümerwechsel:
457,00 Euro
Maler für Wohnung in Deutschland (musste gestrichen übergeben werden):
3.000 Euro
Nachsendeauftrag DHL:
31,60 Euro für zwei Personen
Das ergibt eine Gesamtsumme von ca. Euro 25.800.
Hierbei handelt es sich um die reinen Kosten für die Hausübernahme, alte Wohnung und Einwanderung.
Die Kosten für das Grundbuch hat man natürlich nicht, wenn man kein Eigentum erwirbt, sondern eine Immobilie mietet. Dann ist aber in jedem Fall eine Kaution von mindestens drei (eher sechs) Monatsmieten zu berücksichtigen.
Wenn der Pkw aus Deutschland nicht eingeführt wird, fällt dieser Posten weg. Dafür muss dann aber der Autokauf in Dänemark wieder hinzugerechnet werden.
Wir haben einige Dinge für die Renovierung des Hauses bereits in Deutschland gekauft und mitgenommen, daher rechne ich diese Kosten dazu. Wir hätten die Ausgaben ohnehin auch später in Dänemark gehabt und sie waren zwingend notwendig. Wenn man ein fertig renoviertes Haus mit allen Einbauten bezieht, sind sie natürlich zu vernachlässigen.
Möbel + Elektrogeräte (Küchenmöbel mit Elektrogeräten, Wäschetrockner):
3.000 Euro
Innen- und Außenfarbe (aus Deutschland mitgenommen, weil wir mit dem Hersteller sehr zufrieden sind):
ca. 700,00 Euro
Und dann natürlich noch das Geld für den Hauskauf.
Kaufsumme unseres Hauses: 57.000,00 Euro
Alles in allem ergeben sich somit ca. 87.000 Euro. Wir haben mit 100.000 Euro gerechnet und sind damit gut gefahren.
Das waren jetzt alle Informationen, die wir für Planung und Umsetzung unserer Auswanderung zusammengetragen und benötigt haben.
Ihr plant auch eine Auswanderung nach Dänemark und habt noch Fragen, benötigt weitere Informationen oder braucht „seelischen“ Zuspruch und möchtet wissen, wie es bei uns läuft?
Schreibt mir gerne. Soweit ich es kann, beantworte ich gerne alles, was Ihr wissen möchtet.
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